IT-Sicherheitsgesetz ein guter Anfang


Nifis: "Wirtschaft hat IT-Sicherheitsgesetz positiv aufgenommen"
Mit dem Gesetz werden die Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Energie, Wasser, Gesundheit oder Telekommunikation verpflichtet, ihre Netze besser vor Hacker-Angriffen zu schützen

(11.04.16) - Das im letzten Jahr von der Bundesregierung verabschiedete Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme ist zwar ein guter Ansatz zum Schutz vor Cyber-Kriminalität, aber auch nicht mehr als ein erster Anfang. So lässt sich die Bewertung des neuen IT-Sicherheitsgesetzes durch die deutsche Wirtschaft zusammenfassen, wie die Studie "IT-Sicherheit und Datenschutz 2016" der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (Nifis) zutage gefördert hat. Dazu kommt, dass die notwendigen Verordnungen zwar mittlerweile im Entwurf vorliegen, aber noch nicht in Kraft getreten sind.

Lesen Sie zum Thema "IT-Sicherheit" auch: IT SecCity.de (www.itseccity.de)

Immerhin bewertet die Mehrheit (51 Prozent) der Firmen das Gesetz als positiv, weitere 8 Prozent sogar als "sehr positiv". 21 Prozent der befragten Unternehmen werten das neue Gesetz als einen "großen Fortschritt für die IT-Sicherheit in Deutschland". Aber mehr als zwei Drittel (67 Prozent) stufen es nur als "ersten Anfang" ein, 47 Prozent mahnen bereits jetzt Modifizierungen an. Für ein knappes Drittel (31 Prozent) der Firmen ist es zu bürokratisch, mehr als ein Viertel (27 Prozent) sieht sich vom Gesetzgeber vor teilweise unlösbare Aufgaben gestellt.

Mit dem Gesetz werden die Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Energie, Wasser, Gesundheit oder Telekommunikation verpflichtet, ihre Netze besser vor Hacker-Angriffen zu schützen. Neben der obligatorischen Meldung von IT-Sicherheitsvorfällen werden Mindeststandards für die IT-Sicherheit bei den Betreibern festgelegt, die die jeweiligen Branchen selbst entwickeln und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur Genehmigung vorlegen sollen. Die Frage, welche Unternehmen konkret als kritische Infrastrukturen gelten, lässt der Gesetzgeber bislang unbeantwortet.

Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft gefordert
Trotz der noch offenen Fragen stimmen zwei Drittel der von Nifis befragten Unternehmen darin überein, dass die IT-Sicherheit in Deutschland eine enge Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft erfordert. 71 Prozent betrachten die Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien als "große nationale Aufgabe". 51 Prozent halten dafür einen umfangreichen Wissens- und Erfahrungsaustausch für unumgänglich. Weit mehr als ein Drittel (38 Prozent) fordern, dass die Wirtschaft bei allem staatlichen Engagement mehr Eigenverantwortung für ihre eigene Sicherheit übernehmen muss.

"Insgesamt lässt mehr als ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des IT-Sicherheitsgesetzes feststellen, dass die Wirtschaft mehrheitlich mit dem damit beschrittenen Weg zufrieden ist", sagt RA Dr. Thomas Lapp, Vorsitzender der Nifis. Er fügt hinzu: "Das stellt keinen Widerspruch zu der Tatsache dar, dass die Mehrheit der Unternehmen natürlich weitere Maßnahmen anmahnt. Es ist sicherlich allen Beteiligten klar, dass man an das Thema IT-Sicherheit noch sehr lange keinen Haken im Sinne von gelöst dranmachen kann." (Nifis: ra)

Nifis: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Haftungsrisiko begrenzen

    Die EU-Kommission veröffentlichte einen Entwurf zur Haftungsrichtlinie zu Künstlicher Intelligenz (AI Liability Directive), die den Haftungsfall im Umgang mit Künstlicher Intelligenz regelt. Dazu erklärt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung: "Wir begrüßen, dass mit dem Entwurf zur KI-Haftungsrichtlinie erste grundsätzliche Fragen zur Haftung im Schadensfall beim Einsatz von KI geregelt werden sollen. Künstliche Intelligenz ist für die deutsche Wirtschaft eine herausragend wichtige Zukunftstechnologie."

  • Grundrechtsproblematische Massenüberwachung

    Der europäische Gerichtshof hat am 20. September 2022 ein historisches Urteil verkündet: Die aktuell in Deutschland geltende Vorratsdatenspeicherung widerspricht den Grundrechten der EU und das entsprechende deutsche Gesetz ist damit null und nichtig.

  • Neues Nachweisgesetz

    Seit dem 1. August 2022 gilt in Deutschland das neue Nachweisgesetz. Darin ist unter anderem geregelt, dass Informationen über die wesentlichen Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter in Papierform vorliegen müssen. Dabei geht es unter anderem um Höhe und Zusammensetzung des Arbeitsentgelts, die Dauer einer eventuellen Probezeit, vereinbarte Arbeitszeit sowie (bei Schichtarbeit) Informationen zum Schichtsystem und weitere Pflichtangaben.

  • Bitkom zum Cyber Resilience Act

    Die EU hat den Cyber Resilience Act vorgestellt, mit dem die Sicherheit von IoT-Geräten verbessert werden soll. Dazu erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg: "Europa muss die Abwehr von Cyberangriffen stärker in den Fokus rücken. Der Cyber Resilience Act kann einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Sicherheit vernetzter Geräte leisten. Ein wirksamer Schutz vor Cyberkriminellen ist Voraussetzung dafür, dass die Geräte und Technologien im vernetzten Zuhause auf ein neues Sicherheitsniveau gebracht werden. Krisenfestigkeit war wohl selten so wichtig wie heute, der Cyber Resilience Act kommt genau zur richtigen Zeit."

  • EuGH-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung

    Der EuGH hat einem Grundsatzurteil entscheiden, dass das deutsche Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung (VDS) nicht mit dem EU-Recht vereinbar ist. Damit ist die VDS in Deutschland wieder einmal vom Tisch. Bereits in den vergangenen Monaten zeigte der EuGH weniger Verständnis für Politiker in den EU-Mitgliedsstaaten, die trotz eindeutiger Rechtslage und -sprechung weiter eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung fordern.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen