Textversion
Wer bietet was Recht Markt Produkte Services Whitepapers Fachartikel Compliance-Kiosk Schwerpunkte Branchen Videothek Schulungen Literatur Governance Webinare Compliance-Lexikon Success Stories Specials Security-Telegramm SaaS / Cloud-Telegramm Compliance-Archiv
Home Markt Studien, Umfragen, Untersuchungen

Markt


Hintergrund Hinweise & Tipps Interviews Invests Kommentare, Meinungen, Stellungnahmen Nachrichten Personen Studien, Umfragen, Untersuchungen Meinungsumfragen Unternehmen

Events / Veranstaltungen Datenschutzerklärung Newsletter Marktübersichten Stellenanzeigen - Jobsuche Compliance-Shop Shopping-Portal & Shopping Mall Impressum Kontakt: Pressemitteilungen Links RSS: Compliance-Magazin.de-News Feed abonnieren RSS: IT SecCity.de-News Feed abonnieren Geschäftsbedingungen Wichtiger Hinweis zu Rechtsthemen Compliance-Magazin für Mobile Devices Sitemap Suche Mediadaten

Betrugsfälle in deutschen Banken nehmen zu


Gestiegenes Betrugsrisiko durch Bankmitarbeiter -Wertpapierhandel und Retail Banking besonders betroffen - Aufsichtsräte schalten sich zu selten in die Betrugsprävention ein
Eruierung von Betrugsfällen: Die Innenrevision ist bei 58 Prozent der Institute beteiligt, dicht gefolgt von der Compliance-Abteilung


Anzeige

(17.01.12) - Eine große potenzielle Gefahr für das Bankengeschäft lauert innerhalb der eigenen Reihen: Das Risiko, durch eigene Mitarbeiter geschädigt zu werden, ist aus Bankensicht in den vergangenen Jahren gestiegen. Und auch für die Zukunft erwarten die Institute eine weiter steigende Zahl an Betrugsversuchen. Obwohl der Ruf beträchtlich leiden kann, haben viele Banken noch keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen und nutzen nicht die ganze Bandbreite möglicher Abwehrmaßnahmen wie z. B. Whistleblowing-Hotlines. Zudem ist das Thema noch längst nicht in allen Instituten Chefsache – Aufsichtsratsmitglieder überwachen nur bei 37 Prozent der Banken die Anti-Betrugsmaßnahmen. Besonders von Betrug und menschlichen Fehlern betroffene Geschäftsbereiche sind aus Bankensicht der Wertpapierhandel und das Retail Banking. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, die auf einer Befragung von 100 Geldinstituten in Deutschland basiert.

Spätestens seit den spektakulären Betrugsdelikten der vergangenen Jahre steht das Thema 'Betrug durch eigene Mitarbeiter' auch bei deutschen Bankmanagern auf der Tagesordnung. 29 Prozent der Befragten können für die vergangenen Jahre eine leichte Zunahme dieses Risikos feststellen, weitere zehn Prozent erkennen gar eine deutliche Erhöhung. Nur fünf Prozent sehen hingegen ein gesunkenes Risiko. 'Die Furcht vor kriminellen Handlungen wächst. Wenn es einem einzelnen Mitarbeiter möglich ist, ein ganzes Institut in Turbulenzen zu bringen, klingeln in der gesamten Branche die Alarmglocken', kommentiert Dirk Müller-Tronnier, Leiter Banking & Capital Markets bei Ernst & Young. Für die kommenden Jahre gehen die Institute von einem weiter steigenden Betrugsrisiko aus – trotz der zum Teil erheblichen Sicherheitsvorkehrungen, die die Banken inzwischen getroffen haben.

Die jüngst mit viel Aufwand umgesetzten gesetzlichen Regelungen zur Betrugsverhinderung (Mindestanforderungen an das Risikomanagement, Geldwäschegesetz) zeigen laut der Mehrzahl der Geldinstitute allerdings kaum nennenswerte Wirkung. Nur 15 Prozent der Befragten können deutlich positive Effekte dieser Vorgaben feststellen, weitere 46 Prozent sehen nur geringfügige Auswirkungen, 39 Prozent überhaupt keine. Stefan Heißner, Leiter der Abteilung Fraud Investigation & Dispute Services bei Ernst & Young, bestätigt, dass die Wirkung regulatorischer Bestimmungen begrenzt ist: 'Die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben allein schützt nicht vor Betrug. Die Banken müssen Eigeninitiative zeigen und die Herausforderung in größeren Zusammenhängen sehen. Eine umfassende Betrugsvorbeugung gehört hierzu ebenso wie ein Überdenken der eigenen Geschäfts- und Personalkultur.'

Jede neunte Bank geschädigt – hohe Dunkelziffer
Unter den befragten Geldinstituten hatte jedes neunte allein in den vergangenen zwei Jahren einen Betrugsversuch zu verzeichnen. 'Nicht jeder Betrug kommt ans Licht, oft bleiben die Machenschaften betrügerischer Mitarbeiter jahrelang unbemerkt', stellt Heißner fest. Er geht von einer hohen Dunkelziffer aus: 'Die tatsächliche Anzahl an Betrugsversuchen dürfte deutlich höher liegen.' Von den genannten Betrugsversuchen konnten zwei Drittel aufgedeckt werden, bevor Schaden entstand, jeder dritte Versuch war allerdings erfolgreich.

Generell gelten der Wertpapierhandel (61 Prozent) sowie das Retail Banking (56 Prozent) in den Augen der befragten Institute als besonders gefährdet. Eine Entwarnung für andere Geschäftsbereiche bedeutet das jedoch nicht, so Müller-Tronnier: 'Das Firmenkundengeschäft wird zwar am seltensten als betrugsgefährdet bezeichnet. Aber immerhin sehen 44 Prozent auch in diesem Geschäftsfeld ein beträchtliches Betrugsrisiko. Fest steht, dass die Banken in allen Geschäftsbereichen wirksame Vorkehrungen treffen müssen.'

Die Banken befürchten bei Bekanntwerden eines Betrugsfalls nicht nur finanzielle Einbußen, sondern auch negative Auswirkungen auf die eigene Reputation: 53 Prozent gehen von einer moderaten, 14 Prozent gar von einer beträchtlichen Rufschädigung aus. Dass sie einen solchen Fall völlig unbeschadet überstünden, glauben nur acht Prozent der Bankmanager.

Banken sind nicht ausreichend gegen Betrug gerüstet
Bei der Betrugsverhinderung vertrauen die meisten Banken auf die Arbeit ihrer Innenrevision (87 Prozent), auch der Gesamtvorstand wird häufig beteiligt (72 Prozent). Auffällig ist jedoch, dass sich der Gesamtaufsichtsrat (25 Prozent) oder dessen Risikoausschüsse (37 Prozent) nur relativ selten mit Fragen der Betrugsverhinderung beschäftigen. 'Betrugsverhinderung muss auch Sache des Aufsichtsrats sein', fordert Müller-Tronnier. 'Die Konsequenzen aus Betrugsvorfällen können so weitreichend sein, dass Aufsichtsräte sich diesem Thema verstärkt widmen müssen – die Kontrollbefugnisse dafür haben sie.'

Zur Vorkehrung verfolgen die Banken eine strikte Trennung zwischen Markt- und Marktfolgefunktionen (90 Prozent); Mitarbeiterschulungen werden bei 89 Prozent regelmäßig durchgeführt. Mit den Prüfungen durch die Innenrevision und Compliance-Prüfungen (82 Prozent) ist das Maßnahmenbündel jedoch meist schon geschnürt. 'Dabei fehlen wichtige Instrumente, die in ihrer Wirksamkeit heute weitgehend unbestritten sind', kritisiert Heißner. So haben nur 21 Prozent der Institute das eigene Entlohnungssystem im Hinblick auf die Betrugsvorbeugung überarbeitet. 'Die Banken müssen ihre Entlohnungs- und vor allem die Bonusregelungen so gestalten, dass sie möglichst keinerlei Anreize für Betrugsversuche bieten.' Auch Whistleblowing-Hotlines werden bislang nur relativ selten geschaltet: Nur 23 Prozent der Institute bieten Mitarbeitern die Möglichkeit, im Schutz der Anonymität auf Betrug, Korruption oder sonstige Gesetzesverstöße hinzuweisen. 'Aufmerksame Mitarbeiter, die etwas Verdächtiges bemerken, brauchen eine klar definierte Stelle, an die sie sich anonym wenden können. In der Angst um die eigene Position und angesichts der persönlichen Verflechtungen in den Abteilungen gehen sonst zu viele Hinweise verloren', berichtet Heißner. Dies ist umso dramatischer, da Mitarbeiter die wichtigste Waffe im Kampf gegen Betrug sind: 55 Prozent aller Betrugsversuche kommen mithilfe von Mitarbeitermeldungen ans Licht. Damit messen können sich lediglich IT-gestützte Monitoring-Systeme, die ebenfalls in über der Hälfte der Fälle zur Betrugsaufdeckung beitragen.

Im Ernstfall setzen Geldinstitute auf das eigene Fachwissen
Wenn es zum Betrugsfall kommt, soll die Angelegenheit nach dem Willen der Banken vorrangig intern behandelt werden. 68 Prozent der Befragten geben an, dass sich eine zentrale Stelle mit Betrugsfällen beschäftigt. Die Innenrevision ist bei 58 Prozent der Institute beteiligt, dicht gefolgt von der Compliance-Abteilung (55 Prozent). Das Risikomanagement als natürlicher Ansprechpartner spielt hingegen nur bei 27 Prozent eine Rolle bei der Aufklärung von Betrugsdelikten.

Von der Außenwelt schotten sich die Institute dabei eher ab: Die Ermittlungsbehörden wollen im Ernstfall lediglich 30 Prozent einschalten, ein aktives Kommunikationsmanagement – z. B. gegenüber der Presse – ist nur bei 24 Prozent der Befragten geplant. Eine Sonderuntersuchung durch externe Experten können sich gar nur vier Prozent vorstellen.

'Viele Banken vertrauen bei der Aufklärung von Betrugsfällen vor allem auf eigene Ressourcen. Externe Experten zieht man eher ungern hinzu', so Heißner. Ein Fehler, meint er: 'Kaum eine Bank verfügt in den eigenen Reihen über das notwendige Know-how und die Unabhängigkeit, um Betrugsdelikte schnell und vor allem umfassend aufzuklären.'

Im Vergleich zur Konkurrenz bleibt man zudem gelassen: 39 Prozent der Befragten bewerten die eigenen Vorkehrungen gegen Betrugsversuche als vorbildlich, 61 Prozent halten sie immerhin für durchschnittlich – kein einziger Befragter sah sich selbst als Nachzügler. (Ernst & Young: ra)

Ernst & Young: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -


Meldungen: Studien

Anforderungen von Privatanlegern In Zeiten volatiler Kapitalmärkte profitieren Unternehmen von Privatanlegern, die Aktien halten und Anleihen zeichnen und so Stabilität schaffen. Wie und mit welchen Informationen diese Zielgruppe versorgt werden möchte und wo heute noch Defizite in der Finanzkommunikation liegen, hat das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig gemeinsam mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) und der Deutsche EuroShop AG untersucht. Befragt wurden mehr als 500 Privatanleger in Deutschland mit monetärem Engagement in Aktien, Investmentfonds und/oder Unternehmensanleihen.

Angemessenheit der Vorstandsvergütung Stimmt die Vergütung der Mitglieder deutscher Aufsichtsräte und Vorstände mit der gewachsenen Verantwortung und Komplexität ihrer Aufgaben überein? Werden Leistung und Qualität der Kontrolleure angemessen gefördert? Im Mittelpunkt der 10. Panel-Befragung der Zeitschrift "Der Aufsichtsrat" stand die kontroverse Diskussion um die Aufsichtsrats- und Vorstandsvergütung von Unternehmen.

Fehlende Compliance im Software-Lizenzbereich 26 Prozent aller Software in Deutschland war 2011 unlizenziert. Insgesamt wurde hierzulande PC-Software im Wert von 6,7 Mrd. Euro eingesetzt - lizenziert und bezahlt wurden aber nur Programme im Wert von 4,9 Mrd. Euro. Laut Selbstauskunft greifen nur 66 Prozent der deutschen Software-Nutzer nie zu unlizenzierter Software. Auch die zunehmende Verbreitung von Tablet-Computern und die Popularität von Software-as-a-Service (SaaS) konnte nicht verhindern, dass die "Schattenwirtschaft" mit illegaler Software weiterhin blüht: Trotz des rasanten Wachstums dieser Angebote war ihr Anteil zu gering, um deutliche Auswirkungen zu haben. Weltweit waren 42 Prozent aller eingesetzten Programme unlizenziert, was Software im Wert von 63 Mrd. US-Dollar entspricht. Die Ergebnisse stammen aus der aktuellen Piraterie-Studie der Business Software Alliance (BSA) im Verbund mit der IDC und dem Marktforschungsinstitut Ipsos.

Soziale Medien und Unternehmenskultur Fast die Hälfte (47 Prozent) aller Unternehmen in Deutschland setzt soziale Medien ein. Weitere 15 Prozent haben bereits konkrete Pläne, damit in Kürze zu beginnen. Das geht aus einer Studie hervor, die der Hightech-Verband Bitkom in Berlin vorgestellt hat. Dabei wurden im Auftrag des Bitkom 732 Unternehmen aller Branchen befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Hoch im Kurs bei ECM: Compliance Effiziente Suche, Vorgangsbearbeitung mittels elektronischer Akte und Business-Process-Management sind für Unternehmen die Top-Trends im Umfeld von Enterprise Content Management (ECM). Dies ergab eine umfangreiche Studie des Marktanalyse- und Beratungsunternehmens Pierre Audoin Consultants (PAC). Befragt wurden mehr als 100 Unternehmen mit über 1.000 Angestellten in der DACH-Region.

Professionelle Solvency II-Lösungen bevorzugt Nach aktuellen Verlautbarungen der EU-Kommission ist der 30. Juni 2013 der Stichtag, bis zu dem alle europäischen Versicherungsunternehmen ihre Governance, Risk und Compliance (GRC) Prozesse und Systeme der Solvency II-Richtlinie angepasst haben müssen. Während jedoch die Unternehmen ihr Augenmerk bei den Vorbereitungen zur Umsetzung der Anforderungen auf Säule I (Kapitaleffizienz) und Säule II (Risikomanagement) richten, wird Säule III (Reporting) nur wenig Beachtung geschenkt. Bis heute haben 84 Prozent der europäischen Versicherer noch keinen Berichtsrahmen und ergänzende Systeme implementiert. Folglich sind nur 16 Prozent darauf vorbereitet, den EU-Aufsichtsbehörden die geforderten Quartals- und Jahresberichte vorzulegen. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint bei der über 350 europäische Versicherungsunternehmen in verschiedenen Schlüsselmärkten befragt wurden.

Klarheit und Verständlichkeit der AGB Nur jeder fünfte Internetnutzer (22 Prozent) liest mehr oder weniger regelmäßig die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Online-Anbietern. So lesen einer Bitkom-Umfrage zufolge 6 Prozent "immer" und 16 Prozent zumindest "manchmal" die AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen). Dagegen erklärten 17 Prozent der Anwender, das Kleingedruckte "selten" zu lesen, 23 Prozent tun dies "nie". Ein weiteres Drittel der Onliner machte dazu keine Angaben.

Studie zur Umsetzung der EU-Änderungen zu Cookies Die durch die EU vorgegebenen Änderungen für den Umgang mit Cookies werden in den Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich umgesetzt. Entscheidende Fragen, wie die Einholung der Einwilligung zum Setzen von Cookies, sind daher von Unternehmen auch zukünftig nicht europaweit einheitlich zu beantworten. Das hat eine Vergleichsstudie zahlreicher europäischer Kanzleien ergeben, die von der englischen Kanzlei Bristows initiiert wurde und zu der Oppenhoff & Partner beigetragen hat.

Internet und Demokratie Das Internet fördert in den Augen seiner Nutzer die Demokratie. 61 Prozent der deutschen Internetnutzer sind aktuell der Meinung, das Internet trage zu mehr Demokratie bei. Das geht aus einer Erhebung im Auftrag des Hightech-Verbandes Bitkom hervor. "Das Internet bietet hervorragende Möglichkeiten, die politische Arbeit transparenter zu machen und breite Bevölkerungsschichten einzubeziehen", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "In vielen Ländern ist das Web sogar zu einer wichtigen Voraussetzung geworden, um demokratische Strukturen überhaupt erst auf den Weg zu bringen."

Rechtswesen vernachlässigt Informationssicherheit Unternehmen im Bereich Rechtsberatung wie zum Beispiel Anwaltskanzleien gehen im Vergleich mit anderen Branchen am nachlässigsten mit ihren Informationen um. Bei einer aktuellen europaweiten Studie von Iron Mountain und PwC zum Umgang mittelständischer Unternehmen mit Informationen landeten sie auf dem letzten Platz hinter Finanzdienstleistern, Versicherungen, produzierenden Unternehmen und der Pharmaindustrie. 42 Prozent der Kanzleien in Europa wissen nicht einmal, ob ihnen in den vergangenen drei Jahren Daten abhanden gekommen sind. Viele überprüfen auch nicht, ob ihre Mitarbeiter überhaupt Maßnahmen für eine höhere Informationssicherheit ergreifen. Mit der Studie wurde auch der europaweit erste europäische Vergleichsindex (Information Risk Maturity Index) erstellt, mit dem Unternehmen ermitteln können, ob sie angemessen auf Informationsrisiken vorbereitet sind.

Druckbare Version

Nutzen von Bilanzdaten zur Bonitätsprüfung Wenig Vertrauen zu Sozialen Netzen