- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Cyberkriminelle profitieren von Datenpannen


Raffinierte Betrüger sorgen für einen über 350-prozentigen Anstieg der Callcenter-Angriffe von 2013 bis 2017
Bei Versicherern, Banken und Einzelhändlern hat der Telefonbetrug in den vergangenen vier Jahren um 217 Prozent zugelegt

- Anzeigen -





Pindrop hat ihren " Pindrop Voice Intelligence Report 2018" veröffentlicht. Wie die globale Untersuchung zeigt, hat die Zahl der Betrugsdelikte via Telefon stark zugenommen und ist weiter im Steigen begriffen. Die Gesamt-Betrugsrate im Sprachkanal ist von 2016 (ein Betrug pro 937 Anrufe) bis 2017 (einer von 638 Anrufen) um 47 Prozent gestiegen. Der Aufwärtstrend vom Vorjahr – mit einer Zunahme von 113 Prozent – setzt sich also weiter fort. In den letzten vier Jahren hat sich die Betrugsrate um mehr als 350 Prozent erhöht, und es gibt keine Anzeichen für eine Verlangsamung.

Hinter diesem Anstieg stehen insbesondere zwei Gründe. Erstens trägt die Häufung von Datenlecks zu dem Problem bei, was auch nicht verwundert, da sich die Cyberkriminalität mittlerweile zu einer 1,2 Millionen Euro schweren Industrie entwickelt hat. TechCrunch berichtete vor kurzem, dass durch eine Datenpanne bei British Airways Details zu mehr als 380.000 Zahlungskarten kompromittiert wurden; in den USA verfolgte das " Identity Theft Resource Centre" letztes Jahr nicht weniger als 1.300 Sicherheitsverletzungen. Und zweitens agieren die Betrüger inzwischen äußerst raffiniert und kanalüberschreitend. So könnte ein Betrüger beispielsweise mit Social Engineering arbeiten, um ein Passwort für ein Konto seines Opfers zurückzusetzen, und die Rücksetzung anschließend für Online-Betrug ausnutzen.

Pindrop hat in einer anonymisierten Fortune-500-Kundenumgebung forensische Untersuchungen von Betrügereien über das Sprachdialogsystem (Interactive Voice Response, IVR) sowie den Telefon- und den Online-Kanal durchgeführt. Wie Pindrop Labs dabei feststellte, sind verdächtige Aktivitäten im IVR der führende Indikator für kanalübergreifenden Betrug. Im Durchschnitt mündete eine verdächtige IVR-Aktivität 15 Tage später in einer versuchten betrügerischen Transaktion. Bei mehr als 85 Prozent der betrügerischen Transaktionen, die ihren Ursprung im IVR hatten, hatte Pindrop eine Vorlaufzeit von 24 Stunden. Dieser Zeitabstand bei den Aktivitäten ist typisch für Betrüger, die das IVR-System nutzen, um Listen mit kompromittierten Konten zu überprüfen, die sie im Dark Web erworben haben. Die Absicht dabei kann sein, diese Liste fein abzustimmen und dann wieder zu verkaufen (Konten, bei denen mehr Aktivitäten festgestellt wurden, sind im Dark Web begehrter). So können Cyberkriminelle von Datenpannen profitieren, ohne das Risiko eingehen zu müssen, selbst Betrug zu begehen.

Die beliebtesten Ziele der Betrüger: Versicherungen, Banken und Einzelhändler
Anders als bei den Finanzmaklern haben bei den Versicherungsunternehmen die Betrugsdelikte im Sprachkanal außerordentlich stark zugenommen: von 2016 bis 2017 um 36 Prozent und seit 2015 um 248 Prozent. Gleich an zweiter Stelle kommt der Bankensektor mit einem 20-prozentigen Anstieg der Betrugsfälle im Jahresvergleich und erstaunlichen 269 Prozent Steigerung in den letzten vier Jahren. Und dicht dahinter folgt der Einzelhandel, der mit einer Zunahme von 15 Prozent beziehungsweise 134 Prozent im selben Vier-Jahres-Zeitraum Platz 3 belegt.

Im Juni dieses Jahres hatte Pindrop berichtet, dass sich die Nutzung von Sprachtechnologien in den Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten verdreifachen wird. Allerdings dürfte die Revolution des " Internets der Ohren" zugleich auch die größte Bedrohung für die Sicherheit der Marken werden. Wie der " Pindrop Voice Intelligence Report 2018" zeigt, ist die synthetische Stimme wohl eine der spannendsten Technologien, potenziell aber auch eine der beängstigendsten, was die Datensicherheit der Konsumenten anbelangt. Unternehmen setzen bereits maschinelles Lernen für Geräte-, Verhaltens- und Stimmabgleiche ein. Doch die Betrüger bleiben ihnen eine Nasenlänge voraus: Mithilfe von maschinellem Lernen schaffen sie synthetische Stimmen, fälschen Rufnummernanzeigen und tätigen automatisierte Anrufe. Auf diese Weise können sie Massenangriffe durchführen und sich durch das Sprachdialogsystem eines Unternehmens hindurcharbeiten, um gestohlene Kontodaten zu überprüfen.

Dazu Vijay Balasubramaniyan, CEO und Mitgründer von Pindrop: " Ein Hauptgrund für die steigenden Betrugsraten ist, dass die meisten Unternehmen Mühe haben, die richtige Balance zwischen Sicherheit und Kundendienst zu finden. Wenn stärkere herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, beeinträchtigen diese in der Regel das Kundenerlebnis – was sich oft zum Nachteil des Unternehmens auswirkt. Die Verbreitung von Sprachtechnologien wird auch künftig die Sicherheit und Identität der Kunden gefährden. Derzeit können Betrüger die existierenden Authentifizierungsmethoden leicht umgehen. Wenn Unternehmen die neuesten Sprachtechnologien für die Mehrzahl ihrer Kundeninteraktionen einführen, werden sie gleichzeitig ebenso ausgefeilte Sicherheitsmaßnahmen implementieren müssen." (Pindrop: ra)

Die Forscher von Pindrop Labs sammeln und analysieren jedes Jahr globale Daten von einem breiten Spektrum an Kunden und Unternehmen aus verschiedenen Branchen, um die Betrugsentwicklung zu verfolgen. In den diesjährigen Bericht flossen Daten zu 650 Millionen Anrufen ein, die bei Banken, Kartenausstellern, Versicherungsunternehmen, Behörden, Einzelhändlern und sonstigen Unternehmen eingegangen waren.
(Pindrop: ra)

eingetragen: 23.09.18
Newsletterlauf: 07.11.18

Pindrop: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>



Meldungen: Studien

  • Wirtschaft hat hohe Erwartungen an die Blockchain

    Blockchain gilt neben Künstlicher Intelligenz und dem Internet of Things als Technologie mit einem enormen Potenzial. Jedes siebte Unternehmen (15 Prozent) geht sogar davon aus, dass Blockchain die Gesellschaft und Wirtschaft ebenso stark verändern wird wie das Internet. Unter den Großunternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern stimmt sogar jedes Dritte (36 Prozent) dieser Aussage zu. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.004 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. "Es gibt eine Vielzahl von oft revolutionären Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain. Weltweit arbeiten Unternehmen an Blockchain-Projekten, alltagstaugliche Lösungen sind aber noch Mangelware", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. "Jedes Unternehmen ist gut beraten, bereits heute die Möglichkeiten für das eigene Geschäft auszuloten und auf dieser Basis neue Geschäftsmodelle zu entwickeln."

  • Fokussierung auf Data Governance

    Der Bericht "The Future of Enterprise Data: Democratized and Optimized" (Die Zukunft der Unternehmensdaten: demokratisiert und optimiert) von ASG Technologies, einem angesehenen Anbieter bewährter Lösungen für den Zugriff, die Verwaltung und die Governance von Informationen für Top-Unternehmen in aller Welt, zeigt, dass für 50 Prozent aller CIOs Compliance der treibende Faktor hinter Data Management-Initiativen ist. Die Umfrage unter 200 CIOs ergab zudem, dass mehr als ein Drittel der Befragten (35 Prozent) plant, im Jahr 2019 die Investitionen im Bereich Data Governance zu erhöhen. Diese Fokussierung auf Data Governance kann als direkte Reaktion auf die Einführung neuer Datenschutzverordnungen wie der EU-DSGVO oder des California Consumer Privacy Acts des US-Bundesstaates Kalifornien gesehen werden. Das Ergebnis wird weiter gestützt durch die Tatsache, dass mehr als ein Viertel der CIOs (28 Prozent) beabsichtigt, mehr in die Datenverlaufskontrolle zu investieren.

  • Gut gerüstet für demografischen Wandel

    Die Arbeitswelt wird sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark verändern. Während Organisationen und öffentliche Einrichtungen sich bereits seit geraumer Zeit mit den Arbeitsthemen der Zukunft beschäftigen, steht die Sichtweise der Arbeitnehmer oft im Hintergrund. Was wünschen und hoffen Beschäftigte, was motiviert sie und wie lange können oder wollen sie künftig - im Zeitalter des Arbeitskräftemangels - arbeiten? Diesen Fragen geht erstmals die aktuelle paneuropäische Deloitte-Studie "The Voice of the Workforce" auf den Grund, in deren Rahmen insgesamt über 15.000 Beschäftigte in zehn europäischen Ländern, davon 2.000 in Deutschland befragt wurden.

  • Unternehmensübernahmen & Goodwill

    Zum ersten Mal seit 2004 ist der Gesamtbetrag des von deutschen börsennotierten Unternehmen ausgewiesenen Goodwill im Jahr 2017 um 11 Mrd. auf 363 Mrd. Euro gefallen. Seitdem 2004 die planmäßige Abschreibung des Goodwill abgeschafft wurde, ist dieser bis 2016 stetig von 143 Mrd. auf 374 Mrd. Euro gestiegen. Lediglich 4,8 Mrd. Euro dieses Rückgangs sind Folge von Wertberichtigungen wegen unzureichender Ertragskraft der Bilanzierer. Größere Bedeutung hatten hingegen Wechselkursveränderungen, welche sich im aus Auslandsinvestments entstandenen Goodwill auswirken. Insbesondere die 15-prozentige Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro im Laufe des Jahres 2017 führte zu einem Abschmelzen des Goodwill deutscher US-Investitionen, so beispielsweise bei SAP um 2,2 Mrd. und bei Merck um 1,4 Mrd. Euro.

  • Wirtschaftliche Einbußen durch unklare Rechtslage

    IT-Freelancer sind weitaus zufriedener mit ihrer Arbeit als andere Berufstätige und haben fast durchweg ein erfülltes Berufsleben. Das hat eine Studie von Allensbach im Auftrag des Bundesverbandes für selbständige Wissensarbeit (vormals ADESW) ergeben. Unzufrieden sind die Digitalexperten vor allem mit der Politik - sie kritisieren die unklare Rechtslage rund um (Schein-)Selbständigkeit und fordern die Anerkennung ihrer Tätigkeit als gleichwertige Beschäftigungsform. Nach einer Untersuchung der finanziellen Situation und der sozialen Absicherung der Berufsgruppe im Frühjahr 2018 bringt die nun veröffentlichte Untersuchung weitere Einblicke in ein bislang wissenschaftlich nur wenig durchleuchtete Gruppe von Erwerbstätigen. 77 Prozent aller solo-selbständigen IT-Spezialisten sind mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. Diese Zahl beeindruckt vor allem im Vergleich: Denn unter Berufstätigen insgesamt ist es nur ein Viertel. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesverbandes für selbständige Wissensarbeit e.V. (vormals ADESW) durchgeführt hat.