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Siemens will Compliance stärken

Schwarze Kassen: Siemens räumt auf - Anwaltskanzlei Debevoise soll Compliance-System überprüfen
Kleinfeld: "Siemens duldet absolut kein ungesetzliches oder regelwidriges Verhalten von Mitarbeitern"

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Dr. Klaus Kleinfeld

"Hier gibt es keinerlei Toleranz."

(12.12.06) - Die Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton LLP soll als unabhängige Instanz die Compliance- und Kontrollsysteme bei Siemens zu überprüfen. Dies teilte der Konzern am Montag, den 11.12.06, in München im Anschluss an die Sitzung des Kontrollgremiums mit. In ihrer Arbeit wird Debevoise von dem Abschlussprüfer des Konzerns, KPMG, begleitet.

Zudem will sich der Konzern vom Anti-Korruptionsexperten und Mitbegründer der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International, Michael J. Hershman, beraten lassen. Erst am Freitag hatte Transparency International Siemens wegen der Vorfälle als Mitglied aus ihrer deutschen Sektion ausgeschlossen.

Hershmans Aufgabe soll es sein, den Prüfungsausschuss und den Vorstand bezüglich der künftigen Ausgestaltung der Compliance-Organisation, der Durchführung von Compliance Reviews, der Überprüfung und Anpassung der Antikorruptionskontrollen sowie Antikorruptionsregeln und –richtlinien und der erforderlichen Kommunikation und Schulung zu beraten. Im Rahmen der regelmäßigen Compliance Information berichtet er über die Ergebnisse seiner Arbeit sowohl an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats als auch an den Siemens-Vorstand.

Hershman nimmt seit sechs Jahren nimmt er zudem die Funktion als Antikorruptionsberater für den Generalsekretär von Interpol wahr. Hershman war leitendes Mitglied des Watergate-Ausschusses des US-Senats und stellvertretender Generalprüfer der US-Agentur für internationale Entwicklung.

"Siemens duldet absolut kein ungesetzliches oder regelwidriges Verhalten von Mitarbeitern. Hier gibt es keinerlei Toleranz", betonte Dr. Klaus Kleinfeld, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, unmissverständlich. "Wir setzen auch das Wissen und die Erfahrung externer, unabhängiger Experten ein, um konkrete Verstöße festzustellen sowie mögliche Mängel im Siemens-Regelwerk, den Strukturen oder Prozessen aufzuspüren und mit aller Konsequenz zu beseitigen."

Debevoise ist weltweit tätig, mit Niederlassungen in New York, Washington, London, Paris, Frankfurt, Moskau, Hong Kong und Schanghai. Die Kanzlei verfügt über Erfahrungen auf dem Gebiet firmeninterner Untersuchungen und unterstützt Unternehmen bei der Aufarbeitung behördlicher Ermittlungen.

Außerdem ersetzt Siemens den Chef seiner internen Kontrollstelle. Ein externer Mitarbeiter aus der Justiz werde ab Januar neuer Leiter des sogenannten Compliance Offices, teilte das Unternehmen mit. Siemens hat bereits eine unternehmensinterne "Compliance Task Force" unter der Leitung des Zentralvorstandsmitglieds Dr. Jürgen Radomski eingerichtet. Diese soll die externen Anti-Korruptions- und Kontrollexperten in ihrer Arbeit unterstützen.
Im Hinblick auf die laufenden Ermittlungen bekräftigt Siemens außerdem noch einmal, dass die Staatsanwaltschaft in München umfassend bei ihrer Arbeit unterstützt wird.

Bei Siemens sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft München Mitarbeiter über schwarze Kassen mindestens 200 Millionen Euro veruntreut haben. Die Gelder sollen für Schmiergeldzahlungen eingesetzt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit.

Hier lesen Sie alles zum Siemens-Skandal
(Siemens: ra)


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