- Anzeigen -
Besuchen Sie auch unser Zeitschriftenportfolio im Bereich Governance, Risk, Compliance & Interne Revision

Sie sind hier: Home » Recht » EU & Europa » Europäische Kommission

Hersteller von Hersteller von Eukalyptuskraftzells


Fusionskontrolle: Europäische Kommission genehmigt Übernahme von Fibria durch Suzano unter Auflagen
Wettbewerb auf dem Markt für die Herstellung und Lieferung von Zellstoff, insbesondere von Eukalyptuskraftzellstoff

- Anzeigen -





Die Europäische Kommission hat die Übernahme von Fibria durch Suzano, die beide in der Herstellung und Lieferung von Zellstoff aus Eukalyptusbäumen tätig sind, nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Der Beschluss ist an die Bedingung geknüpft, dass Suzano seine Verpflichtungszusagen vollständig erfüllt. Die brasilianischen Unternehmen Suzano und Fibria sind die beiden weltweit größten Lieferanten von gebleichtem Eukalyptuskraftzellstoff, der eine Grundlage für die Papier-, Hygienepapier- und Verpackungsindustrie darstellt.

Die Untersuchung der Kommission
Die Kommission ist wettbewerbsrechtlichen Bedenken nachgegangen, dass die geplante Übernahme den Wettbewerb auf dem Markt für die Herstellung und Lieferung von Zellstoff, insbesondere von Eukalyptuskraftzellstoff, erheblich einschränken würde. Insbesondere würde das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen die beiden weltweit größten Hersteller zusammenführen und somit drei- bis viermal so groß werden wie der nächst größte Wettbewerber.

Darüber hinaus hatte Fibria seit 2016 eine Abnahmevereinbarung mit Klabin S.A, einem anderen wichtigen brasilianischen Hersteller von Eukalyptuskraftzellstoff. Auf der Grundlage dieser Vereinbarung handelte Fibria als Alleinhändler für den gesamten Verkauf des von Klabin hergestellten Eukalyptuskraftzellstoffs außerhalb Südamerikas. Dies führte zu einer Erhöhung der Gesamtmenge, die von den sich zusammenschließenden Unternehmen kontrolliert wird, und verhinderte wirksam den Eintritt von Klabin als Wettbewerber auf den Markt außerhalb Südamerikas.

Die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen
Um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auszuräumen, hat Suzano die folgenden Verpflichtungszusagen angeboten:

>> die Beendigung der zwischen Fibria und Klabin geschlossenen Abnahmevereinbarung; und
>> die Übertragung aller Vermögenswerte und Mitarbeiter‚ die notwendig sind, um Klabin den unabhängigen Verkauf von Eukalyptuskraftzellstoff im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zu ermöglichen‚ darunter: 1) Lagerkapazitäten in den Zielhäfen im EWR, 2) Frachtverträge und Zugang zu Häfen während eines Übergangszeitraums; 3) Kunden, Bonitätsgeschichte und sonstige Aufzeichnungen; sowie 4) technische Unterstützung und Hilfe während eines Übergangszeitraums.

Durch diese Verpflichtungszusagen werden die Bedenken der Kommission in Bezug auf die geplante Übernahme ausgeräumt. Durch die vorgeschlagene Abhilfemaßnahme verringern sich die Gesamtkapazität und der Gesamtabsatz des aus dem Zusammenschluss hervorgehenden Unternehmens und es wird sichergestellt, dass das Volumen an Eukalyptuskraftzellstoff, das derzeit von Fibria verkauft wird, nicht der Kontrolle des neu aufgestellten Unternehmens unterliegt. Darüber hinaus erleichtert die Abhilfemaßnahme den Eintritt von Klabin als neuen Wettbewerber in den EWR-Markt und verleiht dem Unternehmen Anreize für ein weiteres Wachstum.

Daher ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass der geplante Zusammenschluss unter Berücksichtigung der gegebenen Zusagen den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nicht gefährdet. Die Genehmigung ist an die Auflage geknüpft, dass die Verpflichtungszusagen in vollem Umfang eingehalten werden.

Unternehmen und Produkte
Die brasilianischen Unternehmen Suzano und Fibria sind hauptsächlich in der Herstellung und Lieferung von Zellstoff tätig. Zellstoff ist ein trockener Faserstoff aus Holz, der zur Herstellung von Druck- und Schreibpapier, Hygienepapier, Verpackungen und Spezialpapieren verwendet wird. Suzano exportiert einen erheblichen Teil seiner Produktion weltweit, nutzt Zellstoff aber auch intern zur Herstellung verschiedener Papiersorten. Fibria verkauft seinen gesamten Eukalyptuskraftzellstoff extern.
(Europäische Kommission: ra)

eingetragen: 05.12.18
Newsletterlauf: 17.01.19

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Europäische Kommission

  • Besonders unlauteren Praktiken verbieten

    Das Europäische Parlament, der Rat der Europäischen Union und die Europäische Kommission haben eine politische Einigung über die allerersten Vorschriften erzielt, die ein faires, transparentes und berechenbares Geschäftsumfeld für Unternehmen und Händler bei der Nutzung von Online-Plattformen schaffen sollen. Händler, die Online-Marktplätze nutzen, Hotels, die Zimmer über Buchungsplattformen anbieten, oder App-Entwickler gehören zu denen, die von den vereinbarten neuen Vorschriften profitieren werden. Die neue Verordnung wird ein berechenbareres und transparenteres Geschäftsumfeld im Internet schaffen und neue Möglichkeiten für die Beilegung von Streitigkeiten und Beschwerden eröffnen.

  • CO2-Emissionsnormen für Lastkraftwagen

    Das Europäische Parlament und der Rat haben eine vorläufige Einigung über eine Verordnung erzielt, mit der in der EU erstmals strenge CO 2-Emissionsnormen für Lastkraftwagen festgelegt werden. Die Übereinkunft folgt auf die im Dezember erzielte Einigung über neue CO2-Emissionsnormen für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge in der EU für die Zeit nach 2020. Als Teil der von der Juncker-Kommission vorgelegten Legislativvorschläge für saubere Mobilität ist dies ein weiterer Schritt, um den europäischen Mobilitätssektor zu modernisieren und auf die Klimaneutralität in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts vorzubereiten. Nach der Vereinbarung müssen die Emissionen aus neuen Lastkraftwagen im Jahr 2030 um 30 Prozent unter den Emissionen im Jahr 2019 liegen.

  • Verstoß gegen das Unionsrecht

    Die Europäische Kommission hat dargelegt, wie sie ihre Berechnungsmethode im Zusammenhang mit finanziellen Sanktionen, die sie dem Gerichtshof der Europäischen Union bei Vertragsverletzungsverfahren vorschlägt, anpassen wird. Die Kommission wird weiterhin für eine konsequente, ausgewogene und für alle Mitgliedstaaten gerechte Durchsetzung des EU-Rechts sorgen. Wenn die Kommission einen Mitgliedstaat aufgrund eines Verstoßes gegen das Unionsrecht vor den Gerichtshof der Europäischen Union bringt, kann der Gerichtshof in bestimmten Fällen finanzielle Sanktionen verhängen. Die Kommission schlägt dem Gerichtshof einen Betrag vor; der Gerichtshof trifft dann die endgültige Entscheidung.

  • Versäumnisse in Bezug auf Informationspflichten

    Eine EU-weite Überprüfung kommerzieller Websites ergab, dass viele Verbraucher beim Online-Kauf keine genauen Informationen über Preise und Preisnachlässe erhalten. Die Europäische Kommission und nationale Verbraucherschutzbehörden veröffentlichen die Ergebnisse eines EU-weiten Screenings von 560 kommerziellen Websites, die Waren wie Kleidung oder Schuhe, Dienstleistungen wie Eintrittskarten für Veranstaltungen und digitale Inhalte zum Beispiel Computer-Software anbieten. Etwa 60 Prozent dieser Websites wiesen Unregelmäßigkeiten gegenüber den EU-Verbrauchervorschriften auf, und zwar hauptsächlich bei der Art und Weise, wie Preise und Sonderangebote dargestellt werden.

  • Märkte für Stromerzeugung und -großhandel

    Die Europäische Kommission hat die Übernahme von E.ON-Vermögenswerten aus dem Bereich der Erzeugung von Öko- und Atomstrom durch RWE nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Sie gelangte zu dem Schluss, dass das Vorhaben keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken in Bezug auf den Europäischen Wirtschaftsraum gibt. Sowohl RWE als auch E.ON sind deutsche Energiekonzerne, die auf verschiedenen Stufen der Stromversorgungskette tätig sind, d. h. Stromerzeugung, -großhandel, -verteilung und -einzelhandel. Die beiden Unternehmen führen einen komplexen Austausch von Vermögenswerten durch. Im Anschluss an diesen Austausch wird RWE in erster Linie auf den vorgelagerten Märkten für Stromerzeugung und -großhandel tätig sein, während sich E.ON auf die Verteilung von Strom und Gas und den einschlägigen Einzelhandel konzentrieren wird.