- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Recht » Kartellrecht

Fusionsvorhaben nicht mehr weiterverfolgt


Horizon/Westfalia und Brink nehmen Fusionsanmeldung nach Bedenken des Bundeskartellamtes zurück
Bundeskartellamt stellte fest, dass Horizon/Westfalia nach dem Zusammenschluss mit Brink einen nicht mehr hinreichend kontrollierten Verhaltensspielraum erlangt hätte

- Anzeigen -





Die Unternehmen Horizon Global Corporation, USA, und Brink International B.V., Niederlande, haben ihre Fusionsanmeldung beim Bundeskartellamt am 18. Juni 2018 zurückgenommen. Das Unternehmen Horizon ist ein amerikanischer Hersteller u.a. von Anhängerkupplungen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. In Europa ist das Unternehmen insbesondere über seine Tochtergesellschaft Westfalia-Automotive GmbH aktiv. Brink produziert und vertreibt ebenfalls Anhängerkupplungen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Die Abnehmer von Anhängerkupplungen sind zum einen die Kfz-Hersteller und zum anderen KFZ-Teile-Großhändler und Werkstattketten.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte: "Horizon/Westfalia ist bereits jetzt Marktführer bei Anhängerkupplungen. Nach der Übernahme des drittstärksten Anbieters Brink wäre neben dem fusionierten Unternehmen nur noch ein wesentlicher Wettbewerber auf den betroffenen Märkten verblieben. Der Zusammenschluss hätte damit für die Kunden zu erheblichen Nachteilen geführt. Daher haben wir den Unternehmen unsere Bedenken schriftlich mitgeteilt und angekündigt, das Vorhaben zu untersagen."

Das Zusammenschlussvorhaben wurde am 08. Januar 2018 beim Bundeskartellamt angemeldet. Im Laufe des Verfahrens hat das Bundeskartellamt umfangreiche Marktermittlungen bei Kunden und Wettbewerbern vorgenommen. Hierbei stellte das Bundeskartellamt fest, dass Horizon/Westfalia nach dem Zusammenschluss mit Brink einen nicht mehr hinreichend kontrollierten Verhaltensspielraum erlangt hätte. Indikatoren hierfür waren u.a. Marktanteile auf den betroffenen Märkten von mehr als 50 Prozent, geringe Ausweichalternativen und ein bedeutender technologischer Vorsprung insbesondere gegenüber kleineren Wettbewerbern.

Außerdem wäre mit Brink ein enger Wettbewerber von Horizon/Westfalia entfallen. Aus diesem Grund hat das Bundeskartellamt das Vorhaben am 17. Mai 2018 abgemahnt. Am 18. Juni 2018 haben die Beteiligten schließlich die Fusionsanmeldung zurückgenommen, da sie das Fusionsvorhaben nicht mehr weiterverfolgen.

Das Bundeskartellamt stand in einem engen Kontakt mit der britischen Wettbewerbsbehörde – der Competition and Markets Authority (CMA) – die das Zusammenschlussvorhaben ebenfalls geprüft hat und Bedenken hierzu äußerte. (Bundeskartellamt: ra)

eingetragen: 31.07.18
Newsletterlauf: 21.08.18

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>



Meldungen: Kartellrecht

Kartellrecht und Kartellvergehen

  • Frequenzvergabe im Mobilfunk

    Das Bundeskartellamt spricht sich in einer Stellungnahme zur Vergabe der Mobilfunkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur dafür aus, dass bei den anstehenden Entscheidungen auf wettbewerbsfördernde Instrumente gesetzt wird. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, erklärte: "Der Entwicklung auf dem Mobilfunkmarkt kommt eine Schlüsselstellung auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft zu. Wettbewerb und Investitionen sind dabei kein Widerspruch. Selbstverständlich brauchen wir investitionsfördernde Rahmenbedingungen. Aber Wettbewerb ist ein genauso wichtiger Faktor. Wettbewerb ist der zentrale Treiber für innovative Dienstleistungen zur Unterstützung der Digitalisierung der Wirtschaft.

  • Jahresbericht 2017 des Bundeskartellamtes

    Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt hat in Bonn den "Jahresbericht 2017" des Amtes vorgestellt. Andreas Mundt sagte: "Unser Hauptaugenmerk gilt dem Schutz des Wettbewerbs in der Digitalwirtschaft. Wir verfolgen gegenüber den großen Internetunternehmen im Kern zwei wichtige Ziele. Es ist unsere Aufgabe, Märkte offen zu halten, damit sie bestreitbar bleiben und Unternehmen auch künftig die Chance haben, mit neuen Ideen erfolgreich zu sein. Zum Zweiten müssen wir dafür Sorge tragen, dass Verbraucher in einem transparenten und fairen Umfeld die für sie passenden Dienste und Produkte auswählen können."

  • Zusammenschlüsse wettbewerbsrechtlich analysieren

    Der Generaldirektor der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), Theodor Thanner, und der Vizepräsident des Bundeskartellamtes, Prof. Dr. Konrad Ost, haben heute beim Competition Talk der BWB in Wien den finalen Leitfaden zur neuen Transaktionswert-Schwelle präsentiert. Die BWB und das Bundeskartellamt veröffentlichten im Mai 2018 eine Konsultationsfassung des Leitfadens. Gemeinsam erhielten die BWB und das Bundeskartellamt 13 Stellungnahmen. Diese enthielten viele wichtige Hinweise, die bei der endgültigen Fassung berücksichtigt wurden.

  • Austausch wettbewerblich sensibler Informationen

    Das Bundeskartellamt hat gegen sechs Edelstahlunternehmen, einen Branchenverband und zehn verantwortliche Personen Geldbußen in Höhe von insgesamt rund 205 Mio. Euro wegen Preisabsprachen und des Austauschs wettbewerblich sensibler Informationen verhängt. Bei den betroffenen Unternehmen handelt es sich um die ArcelorMittal Commercial Long Deutschland GmbH, Köln, die Dörrenberg Edelstahl GmbH, Engelskirchen, die Kind & Co. Edelstahlwerke GmbH & Co.KG, Wiehl, die Saarstahl AG, Völklingen, die Schmidt + Clemens GmbH + Co. KG, Lindlar, und die Zapp Precision Metals GmbH, Schwerte. Bei dem Verband handelt es sich um die zwischenzeitlich aufgelöste Edelstahl-Vereinigung e.V.

  • Markt für Kupfergießwalzdraht

    Nach einer Fusionskontrollentscheidung des Bundeskartellamtes darf die Aurubis AG, Hamburg, weitere 40 Prozent der Anteile und damit die alleinige Kontrolle an der Deutsche Gießdraht GmbH, Emmerich am Rhein, erwerben. Bislang ist die Deutsche Gießdraht ein Gemeinschaftsunternehmen von Aurubis und der Codelco Kupferhandel GmbH, Düsseldorf, und produziert Kupfergießwalzdraht ausschließlich für die beiden Mutterunternehmen. Aurubis und Codelco vertreiben den Gießwalzdraht bislang im Wettbewerb zueinander. Abnehmer sind Weiterverarbeiter und einige Händler. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte: "Aurubis ist der mit Abstand größte Hersteller von Kupfergießwalzdraht in Europa. Durch die vollständige Übernahme der Produktion der Deutsche Gießdraht wird mit Codelco ein naher Wettbewerber von Aurubis entfallen. Dennoch stehen den Nachfragern nach den verfügbaren Informationen auch nach der Übernahme weitere in- und ausländische Hersteller zur Verfügung, so dass eine Untersagung des Vorhabens im Ergebnis nicht gerechtfertigt gewesen wäre."