- Anzeigen -

Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Viele Unternehmen erfüllen PCI-Regeln nicht


53 Prozent der Unternehmen nicht den PCI-Sicherheitsstandard - PCI-Compliance bleibt trotz der ständigen Bemühungen vieler Unternehmen ein schwer zu erreichendes Ziel
Strategische und praktische Hinweise für Unternehmen in Hinblick auf die näher rückende PCI-Deadline: Report von VeriSign enthält die zehn häufigsten Gründe, weshalb Unternehmen in Sachen Datensicherheit Defizite aufweisen


(24.09.07) - Während sich für die großen Unternehmen die Termine zum Absichern ihrer Netzwerke und Kundendaten nach PCI-Regeln (Payment Card Industry) nähern, führt ein neuer Bericht die Schwachstellen bei den Mindest-Sicherheitsstandards in vielen Unternehmen auf. Es hat sich gezeigt, dass der Schutz von vertraulichen Kundeninformationen bei mehr als der Hälfte der untersuchten Unternehmen immer noch nicht ausreichend ist.

Laut dem von VeriSign veröffentlichten Bericht erfüllen 53 Prozent der untersuchten Großunternehmen die von den PCI-Regeln vorgegebenen Datensicherheits-Standards nicht. Dieser Bericht führt die zehn häufigsten Gründe auf, warum Unternehmen PCI-Datensicherheits-Anforderungen nicht bestehen. Die PCI-Sicherheitsstandards gelten für alle Unternehmen, die Zahlungsinformationen für Kredit- und Kundenkarten speichern, verarbeiten und übertragen.

VeriSign hat herausgefunden, dass die Unternehmen die PCI-Regeln in mehreren wesentlichen Bereichen nicht erfüllen können, darunter die regelmäßige Überprüfung, Absicherung von Anwendungen, Protokollierung und Datenschutz. So war die regelmäßige Überprüfung die häufigste Schwachstelle bei den untersuchten Unternehmen, von denen 48 Prozent diese Anforderung nicht erfüllen konnten.

Die Ergebnisse dieses Berichts beruhen auf 60 kürzlich durchgeführten PCI-Audits bei 50 verschiedenen Großunternehmen. Wenn sie die Anforderungen nicht bestehen, droht den Firmen eine hohe Strafgebühr oder sogar der Entzug ihrer Berechtigung, Kreditkartentransaktionen zu verarbeiten.

"Um dem Vertrauen ihrer Kunden gerecht zu werden, müssen die Unternehmen in der Kreditkartenbranche unternehmensweite Sicherheitsprozesse und Kontrollen zum Schutz der Kartendaten und anderer vertraulicher Kundeninformationen einführen", sagte John Pescatore, Vice President, Gartner Inc. "Um die Einhaltung der PCI-Datensicherheits-Standards weniger beschwerlich und auch weniger kompliziert zu machen, muss die Sicherheit der laufenden Arbeitsprozesse erhöht werden."

In "More Lessons Learned-Practical Tips for Avoiding Payment Card Industry (PCI) Audit Failure" finden Interessierte auf der VeriSign-Website die aktuellen Ergebnisse zu den im letzten Jahr veröffentlichten Untersuchungen. Neben einer detaillierten Aufschlüsselung der Schwachstellen bei PCI-Audits bietet das Strategiepapier strategische und taktische Hinweise für Kartenaussteller, Händler und Dienstleister im Hinblick auf den bevorstehenden Termin für die PCI-Compliance.

"Dieses Strategiepapier zeigt, dass PCI-Compliance trotz der ständigen Bemühungen vieler Unternehmen ein schwer zu erreichendes Ziel bleibt", glaubt Branden R. Williams, Director, PCI Practice bei VeriSign. "Tatsache ist, dass die Einhaltung der PCI-Regeln für einige Unternehmen schwer ist, und durch Entwicklungen wie beispielsweise die wachsende Zahl von WLANs wird die Lage weiter verschärft. Dieses Strategiepapier richtet sich an alle Unternehmen, die Probleme mit der Erfüllung dieser Anforderungen haben. Sie finden hier praktisch umsetzbare Erkenntnisse, die auf den Erfahrungen von VeriSign bei der Unterstützung von Unternehmen beruhen, bei denen bereits ab der ersten Überprüfung PCI-Compliance erreicht wurde."

Der VeriSign-Bericht von 2007 zeigt aber auch, dass einige Fortschritte erzielt werden konnten: Obwohl 53 Prozent der untersuchten Unternehmen mindestens einen PCI-Sicherheitsstandard nicht erfüllen konnten, ist dies immerhin eine deutliche Verbesserung zu den 73 Prozent, die im letzten Jahr in dieser Kategorie aufgeführt wurden. Da die Datenschutzlandschaft jedoch einem ständigen Wandel unterliegt, konnten viele Unternehmen in diesem Jahr einige Anforderungen nicht einhalten, die sie im Jahr zuvor noch erfüllt hatten. (VeriSign: ra)

Weitere Informationen:
PCI Security Standards Council
Account Information Security Programme (Visa Europe)

- Anzeigen -




Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Hintergrund

  • Cyberbetrug als CEO Fraud oder Chef-Betrug

    In Zeiten von Home Office ändert sich eine Sache ganz entscheidend: Die Kommunikation mit besonderem Augenmerk auf den genutzten Kanal. Sitzen alle im Büro, ist der Weg zu einem persönlichen Gespräch und darin besprochenen Anweisungen des Vorgesetzten nicht weit. Wenn aber alle zu Hause sind, steigt das E-Mail Aufkommen drastisch. Auch Konferenztelefonate nehmen rapide zu. Nun ist dies zunächst einfach eine andere Art miteinander zu sprechen, doch leider steigen damit ebenso die Risiken einer Fehlkommunikation oder aber nutzen Kriminelle diese Unsicherheiten für sich aus. Immer wieder passiert es, dass man etwas falsch einschätzt. Fehlinterpretationen von Situationen und Begebenheiten sind nicht selten. Eine Textnachricht kann oftmals missverstanden werden. Die geschieht leicht, indem die emotionale Betonung des Gegenübers falsch gedeutet wird. Was ist die logische Konsequenz im Business-Alltag? Befolge genau, was geschrieben wurde und frag am besten nicht nach. Doch genau diese Einstellung ist fatal und hat dramatische Folgen, sollte die Nachricht nicht wirklich von der oberen Etage stammen.

  • Reform des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes

    Der Bundesrat beriet den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG). Bayerns Justizminister Georg Eisenreich hierzu: "Im Kampf gegen Hass im Netz müssen wir Plattformbetreiber stärker in die Pflicht nehmen. Der Gesetzentwurf bringt wichtige Fortschritte. Die Regeln müssen aber für alle gelten - auch für Videoplattformen wie YouTube. Liegt der Unternehmenssitz nicht in Deutschland, würde die allgemeine Löschpflicht nach dem Entwurf eingeschränkt werden. Dieser Rückschritt ist nicht nachvollziehbar. Hier muss nachgebessert werden."

  • Datenmanagement fördert Compliance

    Unabhängig vom konkreten Anlass oder Thema: Sobald Daten eine Rolle spielen, bestimmen sofort Begriffe wie "Sicherheit", "Privatsphäre" und "Datenschutz" die Diskussion. Gleichzeitig gab es allerdings seit ihrem Inkrafttreten im Mai 2018 europaweit bereits über 160.000 Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Grund genug für einen Appell, die Datenhoheit der eigenen Kunden ernster zu nehmen. Seit Oktober vergangenen Jahres ist Gaia X in der IT-Landschaft und darüber hinaus in aller Munde: Das ambitionierte Cloud-Projekt des Bundeswirtschaftsministers Peter Altmaier hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine unabhängige Dateninfrastruktur für den europäischen Raum zu schaffen. Das Ziel dahinter: mehr Sicherheit, Rechte und Vertrauen für die Nutzer, weniger Abhängigkeit von den großen internationalen Cloud-Providern.

  • Bußgelder in Millionenhöhe?

    Seit dem Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 werden Datenschutzverstöße immer häufiger geahndet. Auch von der Verhängung von Bußgeldern berichten die Medien in den letzten Monaten immer wieder. Häufig handelt es sich dabei um Forderungen gegen große Konzerne wie Facebook und Google. "Nur, weil man von Millionenstrafen für Facebook und Co. hört, heißt das jedoch nicht, dass kleinere Unternehmen mit solchen enormen Summen belastet würden. Sanktionen sollen grundsätzlich bewirken, dass sich Unternehmen an die DSGVO halten und sich mit ihr auseinandersetzen. Oft erfolgen zunächst Mahnungen und eventuell folgende Strafen müssen verhältnismäßig sein", erklärt Haye Hösel, Geschäftsführer und Gründer der Hubit Datenschutz GmbH & Co. KG, und ergänzt: "Insgesamt können Verstöße nach den neuen Vorschriften jedoch deutlich höher sanktioniert werden. Nach dem alten Bundesdatenschutzgesetz lag die maximale Bußgeldforderung bei 300.000 Euro. Nun sind nach Artikel 83 der DSGVO bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent des weltweit erzielten Jahresumsatzes möglich."

  • Strafrecht fit machen für die digitale Welt

    Bayerns Justizminister Georg Eisenreich will das Strafrecht den Erfordernissen der digitalen Welt anpassen: "Unsere Welt wird immer digitaler. Das bringt neue Chancen, aber auch neue Herausforderungen für Gesellschaft und Rechtsstaat mit sich. Datenleaks und Hackerangriffe auf Unternehmen haben bereits gezeigt, wie verwundbar die digitale Gesellschaft ist. Gefordert sind zum einen die Unternehmen selbst: Sie müssen für einen ausreichenden Schutz ihrer Systeme sorgen und sich gegen Cyberangriffe wappnen. Aber auch der Rechtsstaat ist gefordert: Durch ein zeitgemäßes Strafrecht muss er seinen Beitrag zu einer sicheren digitalen Welt leisten." Eisenreich weiter: "Wir müssen das Cyberstrafrecht fit für die digitale Welt machen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Strafrahmen bei Datendelikten niedriger ausfallen als bei vergleichbaren Straftatbeständen in der analogen Welt. Auch kann es nicht sein, dass bei besonders schweren Fällen, wie Angriffen auf kritische Infrastrukturen, aufgrund einer Lücke im Gesetz derzeit keine härteren Strafen möglich sind."