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Bilanz mit Fragezeichen - ein Jahr EU-DSGVO


Technische und organisatorische Maßnahmen müssen in Abwägung der Datenschutz- und IT-Sicherheits-Risiken ergriffen werden
Unternehmen, die personenbezogene Daten verarbeiten, sind verpflichtet, diese Daten vor unberechtigten Zugriffen zu schützen

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Von Thomas Kohl, Senior Business Development Deutschland bei Airlock einer Security Innovation von Ergon Informatik AG.

Die großen Urteile fehlen der europäischen Datenschutzgrundverordnung noch. Es kam zwar zu vielen Anzeigen, doch lediglich 75 Bußgelder wurden europaweit verhängt. Das häufig angedrohte, höchste Strafmaß von 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes wurde nie ausgereizt. Lässt sich daher sagen, dass die Unternehmen größtenteils ihre Hausaufgaben gemacht haben und Datenschutzverletzungen minimieren oder gar verhindern konnten? Mitnichten. Viele Anforderungen werden weiterhin von vielen Unternehmen in verschiedenen Mitgliedsstaaten nicht umgesetzt. Falls doch, dann nur halbherzig. Personenbezogene Daten aber müssen laut Verordnung besser geschützt und verwaltet werden als bisher üblich. Es gibt also für die Firmen noch viel zu tun, um nicht in Konflikt mit dem europäischen Gesetz zu geraten. Unternehmen sollten vor allem die folgenden Vorschläge umsetzen:

>> Technische und organisatorische Maßnahmen müssen in Abwägung der Datenschutz- und IT-Sicherheits-Risiken ergriffen werden. Nur so kann glaubhaft nachgewiesen werden, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten gemäß der DSGVO erfolgt.
>> Die Systeme mit personenbezogenen Daten müssen mit Rücksicht auf den Datenschutz sowie dem aktuellen Stand der Technik entsprechend geschützt sein.
>> Zustimmungserklärungen müssen zentral und vorgelagert eingeholt und verwaltet werden.
>> Unternehmen, die personenbezogene Daten verarbeiten, sind verpflichtet, diese Daten vor unberechtigten Zugriffen zu schützen.

Entsprechende Investitionen in starke IT-Sicherheitslösungen, die bei der Einhaltung der europäischen Verordnung helfen, sind dringend geboten. Es drängt sich auf, Identitäten zentral zu verifizieren und zu berechtigen - auch wenn diese dezentral geführt werden. So lassen sich Richtlinien zentral durchsetzen und Aufzeichnungen für Audits einfacher führen. Das gilt auch für den Zugang zu personenbezogenen Daten und den Zugriff auf Webservices, die über eine zentrale Plattform mit vorgelagerter, starker Authentifizierung geschützt werden. So können alle Zugriffsrichtlinien zentral verwaltet und durchgesetzt und gemäß DSGVO geschützt werden.

Unternehmen benötigen daher in ihren Digitalisierungsbestrebungen im Idealfall eine derartige Gesamtlösung bestehend aus einer Web Application Firewall, einem API Security Gateway und einer Customer Identity und Access Management Lösung. Diese bietet neben dem vereinfachten Compliance Management auch noch weitere wichtige Vorteile wie:

>> verbesserte Benutzerfreundlichkeit durch Single Sign-on, User Self Services, Social Registration und Login und risikobasierte Authentifizierung über alle Applikationen
>> schnellere Time-to-Market, da die Applikationsentwicklung auf die Business Funktionen fokussieren kann.
>> deutliche Kostensenkung durch Konsolidierung der Sicherheitsmaßnahmen
>> höhere Verfügbarkeit der Applikationen und Services, da nur positive Requests an die Applikationen gelangen und eine Zero-Downtime-Operation sichergestellt wird.
(Airlock: Ergon: ra)

eingetragen: 15.07.19
Newsletterlauf: 28.08.19

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Bilanz mit Fragezeichen - ein Jahr EU-DSGVO

    Die großen Urteile fehlen der europäischen Datenschutzgrundverordnung noch. Es kam zwar zu vielen Anzeigen, doch lediglich 75 Bußgelder wurden europaweit verhängt. Das häufig angedrohte, höchste Strafmaß von 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes wurde nie ausgereizt. Lässt sich daher sagen, dass die Unternehmen größtenteils ihre Hausaufgaben gemacht haben und Datenschutzverletzungen minimieren oder gar verhindern konnten? Mitnichten. Viele Anforderungen werden weiterhin von vielen Unternehmen in verschiedenen Mitgliedsstaaten nicht umgesetzt. Falls doch, dann nur halbherzig. Personenbezogene Daten aber müssen laut Verordnung besser geschützt und verwaltet werden als bisher üblich. Es gibt also für die Firmen noch viel zu tun, um nicht in Konflikt mit dem europäischen Gesetz zu geraten. Unternehmen sollten vor allem die folgenden Vorschläge umsetzen.

  • Überwachungspläne schwächen den Datenschutz

    Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat geurteilt, dass der Maildienst "GMail" nach europäischem Recht kein Telekommunikationsdienst ist, C-193-18. Die Bundesnetzagentur ist somit an ihrem Vorhaben gescheitert, Webdienste deutschen TKG-Bestimmungen zu unterwerfen. Dazu sagt eco- Vorstand Klaus Landefeld: "Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs dürfte weit über den konkreten Fall hinaus Auswirkungen haben und auch andere Internetdienste wie z.B. Messenger betreffen, die verschlüsselt Daten übermitteln und zuletzt im Fokus der Diskussion standen."

  • Unverschlüsselt im Netz schadet Deutschland

    Die Brabbler AG erteilt dem Vorhaben von Innenminister Seehofer zur behördlichen Einsicht in Messaging-Kommunikation eine klare Absage. Bundesinnenminister Horst Seehofer will die Anbieter von Messenger-Diensten dazu zwingen, verdächtige Kommunikation ihrer Kunden auf richterliche Anordnung hin in unverschlüsselter Form an Ermittlungsbehörden zu übergeben. Die Brabbler AG in München entwickelt und betreibt selbst IT-Lösungen für die sichere Kommunikation von Privatpersonen und Unternehmen - und erteilt diesen Plänen eine klare Absage. "Das Vorhaben des Bundesinnenministers würde deutschen Bürgern und Unternehmen aus mehreren Gründen enorm schaden", sagt Eric Dolatre, CEO bei Brabbler und als Co-Gründer von GMX einer der deutschen Internetpioniere.

  • Datensicherheit mit Verbesserungsbedarf

    Das Inkrafttreten der DSGVO hat sich gejährt. Die Datenschutzgrundverordnung verfolgt den Zweck, die Nutzung personenbezogener Daten zu reglementieren und den Datenschutz zu verbessern. Entgegen vieler Voraussagen sind die erwarteten Abmahnwellen ausgeblieben. Auch die Gesamtsumme der in Deutschland verhängten Strafen nach Verstößen gegen die Verordnung hat sich mit insgesamt 485.000 Euro in Grenzen gehalten. Insgesamt 81 Mal wurde eine Strafe verhängt, womit das durchschnittliche Strafmaß bei knapp 6000 Euro lag.

  • Verpflichtende Dokumentation von Arbeitszeiten

    Zum EuGH-Urteil zur verpflichtenden Dokumentation von Arbeitszeiten erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg: "Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Arbeitgeber in der Europäischen Union die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer systematisch erfassen müssen. Das Urteil hat weitreichende Konsequenzen für die Arbeitswelt. In Deutschland existiert der klassische Acht-Stunden-Tag oft nur noch auf Papier. Viele Arbeitnehmer wollen flexibler arbeiten und fordern das aktiv ein.