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Fit für die 3. EU-Geldwäscherichtlinie


Fortbildungskurs soll das Bewusstsein für Geldwäscheaktivitäten schärfen und so eine solides Basiswissen zur Bekämpfung des Problems vermitteln
Zusammenarbeit zwischen Universiteit Maastricht Business School und führender Vereinigung zur Geldwäschebekämpfung zur Einrichtung eines Weiterbildungskurses


(21.01.08) - Als Reaktion auf den dringenden Bedarf an Weiterbildung im Bereich der Geldwäschebekämpfung, der durch die kürzlich in Kraft getretene 3. EU-Geldwäscherichtlinie noch verstärkt wurde, hat die Universiteit Maastricht Business School eine 8-tägige Fortbildung für Richtlinienbeauftragte, Wirtschaftsprüfer und andere Fachkräfte aus der Geldwäschebekämpfung ins Leben gerufen. Die erste Sitzung wird in Zusammenarbeit mit dem Anti-Geldwäsche-Verband Association of Certified Anti-Money Laundering Specialists (ACAMS) am 25. Januar stattfinden. Die Weiterbildung wird auf Englisch stattfinden.
Thema dieser ersten Veranstaltung ist die Geldwäsche in der Versicherungsbranche.

"Es hat bis jetzt in Europa kein umfassendes Programm zur Schaffung eines erhöhten Bewusstseins sowie zur Vermittlung von Fachkenntnissen zur Geldwäschebekämpfung gegeben. Wir freuen uns, mit ACAMS zusammen diese Lücke schließen zu können, die sich in der europäischen Finanzbranche aufgetan hat", so Professor Eddy Vaassen, der entscheidend an der Einrichtung des neuen Universitätsprogramms mitgewirkt hat.

Aufgrund der im letzten Monat abgelaufenen Frist für die Umsetzung der 3. EU-Geldwäscherichtlinie mussten europäische Unternehmen ihre Kenntnisse über Geldwäscheangelegenheiten und beste Verfahren schnell auf den neuesten Stand bringen. Die umfassenden Vorgaben betreffen eine Reihe von Branchen, konzentriert sich aber vornehmlich auf den Finanzsektor.

"Unser Fortbildungskurs soll das Bewusstsein für Geldwäscheaktivitäten schärfen und so eine solides Basiswissen zur Bekämpfung des Problems vermitteln. Die Teilnehmer müssen am Ende der Weiterbildung eine Prüfung ablegen."

Die niederländische Universiteit Maastricht Business School hat den Kurs, der sich in zwei viertägige Seminare unterteilt, in Zusammenarbeit mit dem Verband ACAMS entwickelt. Am Ende der Seminarreihe wird eine offizielle CAMS-Prüfung stattfinden, ein strenger Test, der von ACAMS entwickelt wurde und als beste Prüfung der Anti-Geldwäsche-Branche gilt. Erfolgreiche Teilnehmer erhalten die begehrte Auszeichnung als Zertifizierter Anti-Geldwäsche-Spezialist.

ACAMS ist eine internationale Organisation mit 7.000 Mitgliedern, die mit Hilfe seiner Europäischen Arbeitsgruppe auch in Europa eine starke Präsenz aufgebaut hat. Jos de Wit, Vorsitzender der Europäischen Arbeitsgruppe von ACAMS, und Pat Hermse, ein luxemburgischer Bankier und Absolvent der Universiteit Maastricht Business School haben die Idee eines Anti-Geldwäsche-Fortbildungskurses ins Leben gerufen. ACAMS veranstaltet ausserdem eine jährliche Anti-Geldwäsche-Konferenz und -Messe in Europa, die im vergangenen Herbst in Amsterdam stattfand.

"Es erschien uns logisch, mit ACAMS zusammenzuarbeiten, da der Verband eine der wenigen Organisationen ist, die sich der Weiterbildung von Anti-Geldwäsche-Fachkräften widmen und zugleich weltweit hohes Ansehen genießen", sagte Hermse. "ACAMS veranstaltet Seminare in Europa, der MENA-Region, Lateinamerika, Afrika, Australien und Nordamerika. Dies spiegelt die globale Sichtweise, gleichzeitig aber auch die Kompetenz und Reichweite des Verbands auf lokaler Ebene wider."

"Es gibt unserer Meinung nach einen wirklichen Bedarf an solchen Fortbildungen in Europa, insbesondere angesichts der neuen Richtlinie zur Geldwäschebekämpfung", erklärte de Wit. "Zudem weisen die jährlichen Ausgleichsgehälterzahlungen von ACAMS darauf hin, dass europäische Führungskräfte aus dem Anti-Geldwäschebereich erheblich mehr verdienen als entsprechende Mitarbeiter in den USA und anderen Ländern weltweit. Es ist offensichtlich, dass viele europäische Finanzinstitute bereit sind, Mitarbeiter zu unterstützen, die ihre Kenntnisse im Bereich der Geldwäschebekämpfung durch Fortbildungen und Prüfungen verbessern wollen."

Informationen über die Association of Certified Anti-Money Laundering Specialists
ACAMS ist ein internationaler Mitgliederverband, der sich der Verbesserung der Kenntnisse und Kompetenzen im Bereich der Geldwäschebekämpfung in aller Welt widmet. Über 7.000 Mitglieder in 104 Ländern schätzen die wertvolle Arbeit des Verbands, der das ganze Jahr über Kurse und Fortbildungsmaßnahmen anbietet, die unerlässlich sind, um im Beruf voranzukommen und Höchstleistungen zu erbringen. Das CAMS-Zertifikat genießt unter Wirtschaftsprüfern und Mitarbeitern im Bereich Compliance weltweit das höchste Ansehen im Bereich der Geldwäschebekämpfung. (ACAMS: ra)


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Meldungen: Markt-Nachrichten

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  • Finanzermittlungen der Ermittlungsbehörden

    Der FIU-Jahresbericht für das Jahr 2016 verzeichnet mit rund 40 Prozent die höchste Steigerungsrate an Geldwäscheverdachtsmeldungen innerhalb der letzten 15 Jahre. Insgesamt 40.690 (2015: 29.108) Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz wurden an die FIU übermittelt, der Großteil davon von den Kreditinstituten. Mit 38 Prozent (2015: 32 Prozent) sind die meisten Bezüge zum Deliktsbereich Betrug festgestellt worden. Darunter fallen zum Beispiel auch der Warenbetrug über das Internet und der CEO-Fraud. Durch die Erkenntnisse, die direkt aus den Verdachtsmeldungen gewonnen werden konnten und den anschließenden verfahrensunabhängigen Finanzermittlungen stellten die Ermittlungsbehörden insgesamt Vermögenswerte von rund 69, 8 Millionen Euro sicher. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

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    Die Wettbewerbszentrale hat in 10 Fällen bei großen Onlinehändlern Verstöße gegen die SEPA-Verordnung beanstandet. Die betreffenden Anbieter hatten Verbrauchern u. a. eine Bezahlung per Lastschrift angeboten, allerdings gleichzeitig den Lastschrifteinzug von Konten im EU-Ausland ausgeschlossen oder eingeschränkt. Erste Beschwerden bereits Ende 2016: Bereits im Dezember 2016 hatte die Wettbewerbszentrale Beschwerden darüber erhalten, dass eine private Krankenversicherung und ein Telekommunikationsunternehmen es gegenüber Kunden ablehnten, fällige Zahlungen im Wege der Lastschrift von einem Konto im europäischen Ausland einzuziehen. Im Fall der Krankenversicherung lag der Wettbewerbszentrale ein konkretes Schreiben vor, wonach es die Versicherung ablehnte, die Versicherungsbeiträge des Versicherungsnehmers von seinem Konto in Österreich abzubuchen (vgl. News vom 22.12.2016). Im Fall des Telekommunikationsanbieters verlangte dieser in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Durchführung des Lastschriftverfahrens die Angabe einer "gültigen deutschen Bankverbindung".

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