Siemens schützt Wilfried Walisch
Siemens geht in die Offensive: Mitarbeiter der Compliance-Abteilung hätten sich stets korrekt verhalten
Gegen Anwalt Wolfgang Kreuzer wurde Strafanzeige wegen Verleumdung gestellt
(29.12.06) - Nach Angaben der Siemens AG hat das Unternehmen gegen Rechtsanwalt Wolfgang Kreuzer, der einen Beschuldigten des Schmiergeld-Skandals vertritt, Strafanzeige wegen Verleumdung gestellt. "Entgegen der Darstellung in der ARD-Sendung "Monitor" vom 21.12.2006 "hat sich die Siemens Compliance-Abteilung mit ihren Mitarbeitern stets korrekt verhalten", teilte Siemens in einer Presse-Erklärung mit.
In der Sendung Monitor hatte der Münchner Rechtsanwalt Wolfgang Kreuzer behauptet, Mitarbeiter der Compliance-Abteilung hätten von dem so genannten System der "schwarzen Kassen" gewusst und dieses System sogar unterstützt. In diesem Zusammenhang wurden vor allem gegen den Leiter des Compliance Office, Wilfried Walisch, verleumderische Behauptungen aufgestellt, die mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden.
Die Siemens Compliance-Abteilung sei in den laufenden Ermittlungen zentraler Ansprechpartner auf Seiten des Unternehmens für die Münchner Staatsanwaltschaft. Auf die Kooperationsbereitschaft hat die Staatsanwaltschaft in ihrer jüngsten Pressemitteilung hingewiesen. In diesem Zusammenhang hat Wilfried Walisch am 19.12.2006 als Zeuge ausgesagt, gegen ihn wurden keinerlei Anschuldigungen erhoben.
Walisch wird als Chef der Überwachungsstelle des Konzerns Anfang 2007 vom bisherigen Stuttgarter Oberstaatsanwalt Daniel Noa abgelöst.
Laut Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer sei die Schmiergeldaffäre bei Siemens ein Versagen der Kontrollsysteme gewesen, das den Gesamtschaden erst ermöglicht habe. "Eine Gruppe von Mitarbeitern hat sich zusammengeschlossen, um alle Sicherungen außer Kraft zu setzen."
Der Verein von Belegschaftsaktionären in der Siemens AG, e.V. hat bereits angekündigt, bei der Hauptversammlung im Januar Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Gründe seien die Korruptionsvorwürfe, das BenQ-Debakel und die schlechte Kursentwicklung (siehe offenen Brief an die Siemens AG).
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(Siemens: ra)
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