Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität


Eine Expertenrunde präsentierte auf dem "Scalaris Governance, Risk & Compliance Day" praxistaugliche Lösungen für den Kampf gegen Wirtschaftskriminalität
Die CIS-Staaten weisen einen hohen Korruptionsindex aus und die Bedrohung wird durch die Internationalisierung und Globalisierung nicht geringer


(20.12.11) - Die Veranstaltungsreihe "Scalaris Governance, Risk & Compliance (GRC) Day" lockt jährlich über 100 Besucher nach Zürich und Genf. Ende November folgten erstmalig fast 50 österreichische Vertreter der Bereiche Finanzen, Industrie und Dienstleistungen der Einladung der Scalaris AG nach Wien. Eine Expertenrunde präsentierte dort Lösungsansätze, die sich im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität bewährt haben, anhand anschaulicher Beispiele aus der Praxis. Die Scalaris AG ist mit ihren professionellen Economic Crime Intelligence (ECI) Dienstleistungen auch in Österreich aktiv und verzeichnet eine starke Nachfrage nach präventiven nachrichtendienstlichen und forensischen Services.

Die Scalaris AG hat in den vergangenen zehn Jahren eine Experten-Community für den Kampf gegen Wirtschaftskriminalität aufgebaut. Das Unternehmen verfügt heute nicht nur über die relevanten Systeme, sondern auch über ein vielseitiges Know-how, sowohl über präventive Maßnahmen – also das Erkennen von Risiken – als auch rund um die Forensik – wenn es darum geht, Verdachtsmomente zu entkräften oder zu beweisen. Jedes Jahr bringt die Scalaris AG namhafte Vertreter aus Theorie und Praxis zusammen und diskutiert auf den GRC Days die aktuellen Entwicklungen. Diesjähriges Thema, auch in Wien: "Die organisierte Wirtschaftskriminalität boomt!"

Zugleich ist Österreich das Tor zu Zentral- und Osteuropa und damit prädestiniert, in kriminelle Machenschaften verwickelt zu werden oder doch zumindest in Interessenskonflikte zu geraten. Die CIS-Staaten (CIS / GUS = Gemeinschaft unabhängiger Staaten) weisen einen hohen Korruptionsindex aus und die Bedrohung wird durch die Internationalisierung und Globalisierung nicht geringer. Die Korruption verursacht in Österreich volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 26 Milliarden Euro. Infolge internen Betruges – die Hälfte der Täter stammt aus dem eigenen Betrieb – verlieren die Unternehmen 2,5 bis 3 Milliarden Euro jährlich. Entsprechend stehen die Themenkomplexe KYS (Know Your Supplier), dabei geht es um Lieferanten und Partner, sowie KYE (Know Your Employee) in Bezug auf die eigenen Mitarbeiter bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und entsprechend auch bei den GRC Days im Fokus. Denn fast immer sind dies die Schnittstellen ins Unternehmen. Dabei geht es um die Bekämpfung der organisierten Wirtschaftskriminalität, von Betrug, Korruption, Industriespionage, Marktmanipulation und vielem mehr.

Am 30.11.2011 trafen sich die Governance, Risk & Compliance Experten in Wien, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren. Leo Müller, Buchautor und Redakteur des Schweizer Wirtschaftsmagazins Bilanz ist Experte für Finanzkriminalität, er hat zahlreiche internationale Kriminalfälle untersucht. Sein Thema in Wien: "Madoff, Mini-Madoffs und die Rolle der Banken – ein Tatsachenbericht". Denn: Informationen zu besitzen, bedeutet noch lange nicht, zu wissen. Leo Müller schilderte anschaulich, wie Madoff und die zahlreichen Mini-Madoffs ihre Anleger durch die Manipulation von Informationen und IT-Systemen in den Glauben versetzen konnten, ihr Geld sei in den besten Händen. Sein Credo: Informationen und ihre Quellen müssen professionell überprüft werden.

Ein weiteres Thema befasste sich mit "Bilanzdelikten" und anderen Compliance-Fragen. Dazu referierte Mag. Kurt Schweighart, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner bei LeitnerLeitner, Wien: "Es geht darum, Problembereiche frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Und das geht nur in einem interdisziplinären Ansatz, bei dem Experten auf dem Gebiet Bilanzrecht, Handelsrecht, Steuerrecht und Strafrecht eng zusammen arbeiten." Praxisnah vermittelte auch Mag. Ulrich Weber, Head of Mondi Internal Audit der Mondi AG, Wien, wie das Fraud Risiko in einem internationalen Konzern wie Mondi gesteuert wird: "Mondi ist der Beweis, dass man ohne Korruption durchkommen kann. Mondi hat keine Grauzone zugelassen und setzt zahlreiche Maßnahmen ein, um Betrug und Diebstahl im Unternehmen zu verhindern."

Immer wieder neue Skandale im österreichischen Inland und im Ausland zeigen deutlich, dass dies alles Realität und keine Fiktion ist. "Mit den richtigen Maßnahmen kann man sich in den meisten Fällen jedoch schützen", sagt der Experte Dr. Andrea Galli, Head of Economic Crime Intelligence der Scalaris AG abschließend. (Scalaris: ra)

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