Datenschutz im Gesundheitswesen


Elektronischer Austausch von Patientendaten: Neue Ausgestaltung des MDK-Prüfverfahrens gilt für Patienten, die seit dem 01.01.2015 stationär aufgenommen werden
Für einen einrichtungsübergreifenden Austausch von Patientendaten, die zwischen dem MDK und den Krankenhäusern stattfindet, spielt der Datenschutz die Hauptrolle

(05.06.15) - Der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen (MDK) fordert von Krankenhäusern einen rechtskonformen Weg, Patientendaten zu übermitteln. Lösungen müssen noch in 2015 gefunden werden. Das Institut für Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen ISDSG reagiert und entwickelt gemeinsam mit der Firma Uniscon "Idgard.hospital".

Die neue Ausgestaltung des MDK-Prüfverfahrens gilt für Patienten, die seit dem 01.01.2015 stationär aufgenommen werden. Es soll eine effektivere und konstruktive Zusammenarbeit in Bezug auf die Rechnungsprüfung stattfinden. Die Versicherung kann bei auffälligen Rechnungen den MDK beauftragen oder ein Vorverfahren einleiten. Sollten Ergebnisse nicht zur Zufriedenheit der Krankenkassen sein, können diese zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens den MDK beauftragen.

Gemäß der vorliegenden Vereinbarung ist die elektronische Kommunikation in geeigneter Form durchzuführen. "Die geeignete Form meint hier die Einhaltung normativer Rahmenbedingungen, wie Datenschutzgesetze, ärztliche Schweigepflicht und SGB", erläutert ISDSG Institutsleiter Prof. Dr. Thomas Jäschke, "einen besonderen Stellenwert nimmt hier die Tatsache ein, dass es sich bei Gesundheitsdaten um personenbezogene Daten der besonderen Art handelt und somit eine Verarbeitung nur unter Einhaltung besonderer Rechtsvorschriften möglich ist."

Für einen einrichtungsübergreifenden Austausch von Patientendaten, die zwischen dem MDK und den Krankenhäusern stattfindet, spielt der Datenschutz demnach die Hauptrolle. Um eine geeignete Möglichkeit des Datenaustausches zu finden, können eine Großzahl von Softwareanbietern, aber auch Public Cloud Dienste, in Betracht gezogen werden. Die Nutzung solcher Dienste kann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn die Datensicherheit gewährleistet ist.

Aus diesem Grund entwickelt zurzeit ein Pilotprojekt im Rahmen der Trusted Cloud Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf Basis des ISO-Standards 27018 und der Datenschutz-Gesetzeslage einen Anforderungskatalog, nach dem sich Cloud-Dienste zertifizieren lassen können. Die aktuelle Version des Katalogs wurde im April 2015 veröffentlicht. Durch die in diesem Katalog aufgeführten Schutzklassen können Interessierte schnell und einfach sehen, inwieweit ein Dienst nach gesetzlicher Grundlage die Sicherheitsniveaus einhält.

Um die Kommunikation zwischen MDK und Krankenhaus zu erleichtern, hat das ISDSG gemeinsam mit der Firma Uniscon den Dienst Idgard.hospital entwickelt. Der Dienst bietet eine einfache und intuitive Bedienbarkeit ohne lange Einarbeitung – alles ohne Installation neuer Software. In virtuellen Projekträumen lassen sich vertrauliche Daten sicher und schnell übermitteln. Im Hintergrund des Dienstes steht die patentierte Sealed Cloud (von der Trusted Cloud Initiative des BMWi gefördert). Zudem erfüllt Idgard das im Katalog des BMWi festgelegte Schutzniveau Level 3. Diese Lösung erfüllt demnach den Sicherheitsstandard, der Krankenhäusern, MDK und den Kassen abverlangt wird. (Uniscon: ra)

Uniscon universal identity control: Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Unternehmen

  • Gastarife in Grund- und Ersatzversorgung

    Das Kammergericht in Berlin hat die Musterfeststellungsklage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die GASAG AG zugelassen. Betroffene Verbraucher können sich jetzt beim Bundesamt für Justiz in das Klageregister eintragen, um an der Klage teilzunehmen. Der vzbv hatte am 16. August 2022 Klage erhoben, weil die GASAG im Winter 2021 in der Grund- und Ersatzversorgung mit Gas teurere Tarife für Neukunden eingeführt hatte.

  • TfS-Leitfaden für den CO2-Fußabdruck

    Im Rahmen der gemeinsamen Initiative " Together for Sustainability" (TfS) haben sich 37 Unternehmen der chemischen Industrie, darunter BASF, auf einen weltweit einheitlichen Leitfaden zur Berechnung ihrer Product Carbon Footprints (PCFs) geeinigt. CO2-Fußabdrücke sind eine wichtige Information zur Steuerung von Emissionen in der Wertschöpfungskette.

  • Es fehlt ein geeignetes Cyber-Risikomanagement

    Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen - ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen. Es fehlt ein geeignetes Cyber-Risikomanagement.

  • Handelsabkommen CETA mit Kanada

    Die Deutsche Bundesregierung hat sich laut Medienberichten mit der EU auf Klarstellungen beim Investitionsschutz im Handelsabkommen CETA mit Kanada verständigt. Das Risiko unverhältnismäßiger Schadenersatzansprüche privilegierter Investoren oder einer politischen Lähmung aus Furcht vor kostspieligen Verfahren vor Schiedsgerichten bleibt dennoch erhalten.

  • Inhaltsstoffe für Körperpflegeprodukte

    Mit der Zertifizierung ihres Produktionsstandortes in Cassina Rizzardi, Italien, ist BASF laut eigenen Angaben das erste Chemieunternehmen, das zertifiziert nachhaltige Inhaltsstoffe für Körperpflegemittel auf Basis von Kokosnussöl anbietet. Das Unternehmen wurde nach dem "Mass Balance Coconut"-System der Rainforest Alliance zertifiziert.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen