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Datenschutz: Reform des Finanzsektors


Tätigkeitsvorausschau 2012 des EDSB im Bereich der gesetzlichen Beratung: ein herausforderndes Jahr für den Datenschutz in der EU
Überarbeitung des Rechtsrahmens für den Datenschutz, technologische Entwicklungen und die Digitale Agenda, sowie die Weiterentwicklung des Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts


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(20.01.12) - Der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) legte seine Prioritäten für das Jahr 2012 im Bereich der gesetzlichen Beratung durch die Veröffentlichung seines strategischen Planungsdokuments, der Tätigkeitsvorausschau (*), vor. Der EDSB identifiziert in diesem Dokument Themen von strategischer Bedeutung, die die Eckpfeiler seiner Beratungsarbeit für 2012 bilden, ohne die Bedeutung anderer gesetzgebenden Verfahren, die sich auf den Datenschutz auswirken, zu vernachlässigen.

Peter Hustinx, EDSB, erklärt hierzu: "2012 wird ein sehr anspruchsvolles Jahr. Der EDSB wird sich der Herausforderung stellen, seine immer größere Rolle im Gesetzgebungsverfahren wahrzunehmen und gleichzeitig hochwertige Beiträge zu garantieren, die sich großer Wertschätzung erfreuen - all dies in Anbetracht knapper Ressourcen. Wir haben deshalb für die legislative Beratung einen strategischeren Ansatz entwickelt, der in der Tätigkeitsvorausschau beschrieben wird."

Die zentrale Aufgabe des EDSB in seiner beratenden Funktion zielt auf drei Hauptbereiche: die Überarbeitung des Rechtsrahmens für den Datenschutz, technologische Entwicklungen und die Digitale Agenda, sowie die Weiterentwicklung des Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts. Darüber hinaus hat der EDSB die Reform des Finanzsektors als ein Gebiet von strategischer Bedeutung für das Jahr 2012 identifiziert.

Übersicht der Themen von strategischer Bedeutung für den EDSB:

a. Hin zu einem neuen Rechtsrahmen für den Datenschutz
• Überarbeitung des EU-Rechtsrahmens für den Datenschutz

b. Technologische Entwicklungen und die Digitale Agenda, Rechte des geistigen Eigentums und Internet
• Gesamteuropäische Rahmenbedingungen für die elektronische Identifizierung, Authentifizierung und Signatur
• Internet-Überwachung (z. B. Durchsetzung der Rechte am geistigen Eigentum, Verfahren zur Entfernung von Inhalten, sog. Takedown-Verfahren)
• Dienstleistungen im Bereich Cloud Computing
• eGesundheit

c. Weiterentwicklung des Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts
• EU-PNR (Fluggastdatensätze)
• EU-TFTS (Europäisches System zum Aufspüren der Terrorismusfinanzierung)
• Grenzkontrollen
• Überarbeitung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung
• Verhandlungen über Abkommen mit Drittländern über den Datenschutz

d. Reform des Finanzsektors
• Regulierung und Aufsicht der Finanzmärkte und Akteure

Zur besseren Erfüllung seiner beratenden Funktion plant ebenfalls der EDSB die Veröffentlichung von Leitlinien zu wichtigen technischen oder gesellschaftlichen Phänomenen, die sich auf den Schutz personenbezogener Daten auswirken (wie z. B. das namentliche Anprangern), oder zu wiederkehrenden Aspekten des Datenschutzes bei legislativen Initiativen der EU (wie z.B. die Bestimmungen über den Austausch von Informationen).

Der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) ist eine unabhängige Behörde, deren Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, dass der Schutz personenbezogener Daten und der Privatsphäre gewährleistet ist und bewährte Verfahren in den Organen und Einrichtungen der EU gefördert werden. Er erfüllt diese Aufgabe, indem er

>> die Verarbeitung personenbezogener Daten durch die EU-Verwaltung überwacht,
>> in Bezug auf politische Maßnahmen und Rechtsvorschriften, die sich auf den Schutz der Privatsphäre auswirken, beratend tätig ist und
>> mit vergleichbaren Behörden zusammenarbeitet, um einen kohärenten Datenschutz sicherzustellen.

(*) Die Tätigkeitsvorausschau bildet einen integrierten Bestandteil des jährlichen Arbeitszyklus des Europäischen Datenschutzbeauftragten und stellt seinen Ansatz im Bereich der gesetzlichen Beratung für das kommende Jahr vor. Sie besteht aus zwei Dokumenten: aus einem einleitenden Dokument, in dem der EDSB die strategischen Prioritäten für das legislatives Beratungsverfahren im Jahr 2012 bestimmt, sowie ein Anhang mit den jeweiligen Kommissionsvorschlägen und anderen Dokumenten, die kürzlich verabschiedet wurden oder programmiert sind und welche die Aufmerksamkeit des EDSB erfordern.
(EDSB: ra)

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Meldungen: EU und Europa

Bewertungen des Finanzbedarfs von KMU Der Europäische Rechnungshof (EuRH) gelangt in seinem Sonderbericht Nr. 2/2012 zu der Schlussfolgerung, dass Wirksamkeit und Effizienz der im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) getätigten Ausgaben für Finanzinstrumente zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) beeinträchtigt wurden, weil der verordnungsrechtliche Rahmen keine angemessene Grundlage für den Einsatz der verschiedenen Arten von Finanzinstrumenten bot. In vielen Fällen erreichten die Mittel die begünstigten KMU erst nach beträchtlichen Verzögerungen. Außerdem waren die geförderten Maßnahmen im Hinblick auf die Einwerbung privater Investitionen unwirksam. Wenn Bewertungen des Finanzbedarfs von KMU überhaupt vorgenommen wurden, wiesen sie gravierende Mängel auf. Überdies wurden einigen begünstigten KMU von den eingeschalteten Finanzintermediären ungerechtfertigte Verwaltungskosten in Rechnung gestellt.

Bessere Informationen & Hilfestellung am Flughafen Fluggesellschaften sollen festsitzenden Passagieren klare Informationen und unmittelbare Hilfeleistungen zukommen lassen, heißt es in der verabschiedeten Entschließung des Parlaments. Die Abgeordneten rufen die Kommission auf, Ansprüche der Passagiere auf Assistenz- und Kompensationsleistungen im Fall von Flugannullierungen oder -verspätungen sowie bei über sechsstündigen Verspätungen von Gepäck eindeutig zu regeln.

Handel mit Derivaten wird rigoros geregelt Eine neue Verordnung, die den außerbörslichen Derivatehandel sicherer und transparenter machen soll, wurde am Donnerstag vom Parlament mit überwältigender Mehrheit verabschiedet. Der Handel mit Derivaten gilt als einer der Hauptauslöser der weltweiten Finanzkrise. Rat und Parlament haben sich schon am 9. Februar auf den Verordnungsentwurf geeinigt. Der Entwurf sieht vor, dass außerbörsliche oder OCT-Derivate über als zentrale Kontrahenten (Gegenparteien) fungierende Clearinghäuser (CCP) abgewickelt werden müssen, um das Risiko eines einseitigen Kreditausfalls für Anleger zu verringern.

Reform der EU-Regeln zum Datenschutz Der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) hat seine Stellungnahme zu dem Paket von Vorschlägen für eine Reform der EU-Regeln zum Datenschutz abgegeben. Das Paket wurde von der Europäischen Kommission am 25. Januar 2012 angenommen und enthält eine Verordnung mit allgemeinen Regeln zum Datenschutz sowie eine Richtlinie mit speziellen Datenschutzregeln für den Bereich der Strafverfolgung.

ACTA-Ratifizierung verweigern Rund 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger aus nahezu allen Staaten der Welt haben eine Petition an das Europäische Parlament unterzeichnet und damit ihren Unwillen gegen ACTA ausgedrückt. Die Petition fordert die Europa-Abgeordneten auf, "zu einem offenen und freien Internet zu stehen und die Ratifizierung des Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) zu verweigern."

Gesellschaftsrecht und Rechtssicherheit Die Europäische Kommission hat eine eingehende Konsultation zur Zukunft des europäischen Gesellschaftsrechts eingeleitet. Europa braucht einen gesellschaftsrechtlichen Rahmen, der den aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen und neuen Entwicklungen im wirtschaftlichen Umfeld gerecht wird. Das Gesellschaftsrecht der EU war für die Schaffung des Binnenmarkts von zentraler Bedeutung. Jetzt sollte jedoch überprüft werden, ob der bestehende Rechtsrahmen noch den aktuellen Erfordernissen entspricht. Die Kommission hat daher im Internet ein Konsultationspapier veröffentlicht, um Stellungnahmen aller beteiligten Akteure einzuholen. Die Frist für die Einreichung von Beiträgen endet am 14. Mai 2012.

Reform des Finanzsektors und Datenschutz Der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) hat ein Paket von vier Stellungnahmen zu Kommissionsvorschlägen zur Reform des Finanzsektors in der EU vorgelegt. Die vier Vorschläge betreffen allesamt die Überwachung von Finanzdaten, was erhebliche Auswirkungen auf das Grundrecht auf Datenschutz hat.

Steuer auf alle Währungstransaktionen Der Ausschuss der Regionen (AdR) drängt auf das rasche Inkrafttreten der EU-Richtlinie über das gemeinsame Finanztransaktionssteuersystem (FTS), ggf. im Zuge des Instruments der verstärkten Zusammenarbeit zumindest in der Eurozone.

Regieren in einem Mehrebenensystem Die aktuelle Krise Europas, die zugleich eine Finanzkrise und eine Vertrauenskrise in seine Institutionen ist, ist ein Grund mehr, das Regieren in einem Mehrebenensystem in den Mitgliedstaaten Realität werden zu lassen. Eine bessere Teilhabe der Regionen und Städte an der Erarbeitung, Durchführung und Bewertung von EU-Maßnahmen, die für sie bedeutsam sind, ist das Fundament für den Erfolg der Maßnahmen. Das erklärten die Mitglieder des Ausschusses der Regionen auf ihrer Plenartagung in Brüssel bei der einstimmigen Verabschiedung der Stellungnahme von Luc Van den Brande (BE/EVP), Präsident des Verbindungsbüros Flandern-Europa.

Auswirkungen auf das Grundrecht auf Datenschutz Der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) hat eine Stellungnahme zu einem Kommissionsvorschlag abgegeben, der vorsieht, die Führerscheine und Fahrerkarten von Berufskraftfahrern zusammenzuführen. Die Integration zweier völlig unterschiedlicher Funktionalitäten in einer einzelnen Karte, die eine große Bandbreite von Daten über Berufskraftfahrer einschließlich ihrer Aktivitäten und Aufenthaltsorte sammelt, hätte schwerwiegende Auswirkungen auf das Grundrecht auf Datenschutz.

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Reform der europäischen Datenschutzregeln Legitimität und Effektivität der EMA