- Anzeige -

Bankenregulierung: Blick auf das Ganze fehlt


MiFID II belastet Vertrauensverhältnis von Kunde und Bank
MiFID II regelt Wertpapiergeschäft europaweit neu - 1 Mrd. Euro Umstellungskosten für Banken in Deutschland - Papierflut für Bankkunden



Der Bankenverband hat die weitreichenden Folgen der neuen europäischen Wertpapierrichtlinie MiFID II für Banken und Kunden kritisiert. "Europa braucht einheitliche Maßstäbe für Markttransparenz, Anlegerschutz und Risikosteuerung", sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, in Frankfurt. Daher sei die neue Wertpapierrichtlinie MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) grundsätzlich richtig. Insofern sei der Aufwand für Banken wie Kunden gewaltig. Viele Banken seien gezwungen, zum Jahreswechsel Berge von Papier zu versenden, um ihren Informationspflichten nachzukommen.

Kemmer kritisierte: "In der Bankenregulierung fehlt der Blick auf das Ganze. Viele gute Einzelmaßnahmen machen kein schlüssiges Gesamtkonzept aus. Allein der Umfang von mehr als 20.000 Seiten Regulierung für MiFID II zeigt, dass hier der Überblick verloren ging und weit über das Ziel hinaus geschossen wurde."

Auch die Kosten der Regulierung seien aus dem Ruder gelaufen. "Wir erwarten bis zu 1 Milliarde Euro für die Umstellung, dazu kommen noch laufende Kosten. Dieses Geld könnten die Banken an anderer Stelle gut gebrauchen", so Kemmer. Angesichts dieser zusätzlichen Belastungen zwinge MiFID II alle Häuser, ihre Geschäftsmodelle grundlegend auf den Prüfstand zu stellen. "Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass künftig Banken nicht mehr allen ihren Kunden jede Dienstleistung und jedes Finanzprodukt anbieten werden können."

Unverständlich sei zudem, dass der Kunde zum Beispiel keine Möglichkeit habe, auf eine Telefonaufzeichnung zu verzichten. Kemmer: "Derart weitgehende Aufzeichnungspflichten helfen niemandem und sind sicherlich nicht im Interesse der Kunden. Sie belasten vielmehr das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Bank. MiFID II muss hier überprüft und angepasst werden."

MiFID II regelt Wertpapiergeschäft europaweit neu
1 Mrd. Euro Umstellungskosten für Banken in Deutschland

Papierflut für Bankkunden
Der Bankenverband hat die weitreichenden Folgen der neuen europäischen Wertpapierrichtlinie MiFID II für Banken und Kunden kritisiert. "Europa braucht einheitliche Maßstäbe für Markttransparenz, Anlegerschutz und Risikosteuerung", sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, in Frankfurt. Daher sei die neue Wertpapierrichtlinie MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) grundsätzlich richtig. Insofern sei der Aufwand für Banken wie Kunden gewaltig. Viele Banken seien gezwungen, zum Jahreswechsel Berge von Papier zu versenden, um ihren Informationspflichten nachzukommen.

Kemmer kritisierte: "In der Bankenregulierung fehlt der Blick auf das Ganze. Viele gute Einzelmaßnahmen machen kein schlüssiges Gesamtkonzept aus. Allein der Umfang von mehr als 20.000 Seiten Regulierung für MiFID II zeigt, dass hier der Überblick verloren ging und weit über das Ziel hinaus geschossen wurde."

Auch die Kosten der Regulierung seien aus dem Ruder gelaufen. "Wir erwarten bis zu 1 Milliarde Euro für die Umstellung, dazu kommen noch laufende Kosten. Dieses Geld könnten die Banken an anderer Stelle gut gebrauchen", so Kemmer. Angesichts dieser zusätzlichen Belastungen zwinge MiFID II alle Häuser, ihre Geschäftsmodelle grundlegend auf den Prüfstand zu stellen. "Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass künftig Banken nicht mehr allen ihren Kunden jede Dienstleistung und jedes Finanzprodukt anbieten werden können."

Unverständlich sei zudem, dass der Kunde zum Beispiel keine Möglichkeit habe, auf eine Telefonaufzeichnung zu verzichten. Kemmer sagte: "Derart weitgehende Aufzeichnungspflichten helfen niemandem und sind sicherlich nicht im Interesse der Kunden. Sie belasten vielmehr das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Bank. MiFID II muss hier überprüft und angepasst werden." (Bundesverband deutscher Banken: ra)

eingetragen: 24.10.17
Home & Newsletterlauf: 16.11.17

Bundesverband deutscher Banken: Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Einheitlicher Whistleblower-Schutz

    Die Europäische Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet, weil Deutschland die EU-Whistleblowing-Richtlinie nicht fristgerecht umgesetzt hat. Dazu erklärt Dr. Sebastian Oelrich, Co-Leiter der Arbeitsgruppe Hinweisgeberschutz von Transparency Deutschland: "Lange haben wir davor gewarnt, nun ist es tatsächlich so weit gekommen: Deutschland hat einen blauen Brief aus Brüssel bekommen, weil wir es nicht geschafft haben, die EU-Richtlinie zum Schutz von Whistleblowern fristgerecht in nationales Recht zu überführen. Damit hinken wir im europäischen Vergleich hinterher."

  • Bitkom zum Trilog der NIS-Richtlinie 2.0

    Anlässlich der laufenden Verhandlungen zur NIS-Richtlinie 2.0, dem europäischen Pendant zum deutschen IT-Sicherheitsgesetz 2.0, erklärt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung: "In Brüssel laufen zurzeit die Verhandlungen für den neuen, harmonisierteren europäischen Regulierungsrahmen für Cybersicherheit. Das ist in Anbetracht der wachsenden Bedrohungslage im Cyberraum ausdrücklich zu begrüßen. Insbesondere der Schutz unserer kritischen Infrastrukturen macht zukunftssichere Regelungen essenziell für die europäische Wirtschaft und Gesellschaft.

  • DVD: "Impfregister ist datenschutzkonform möglich"

    Die Diskussion über eine Impfpflicht gegen Covid19 bzw. das Corona-Virus ist in vollem Gange. Klar ist dabei, dass eine solche generelle Impfpflicht der gesamten Bevölkerung nur über eine Corona-Impfregistrierung durchgesetzt und kontrolliert werden kann. Bundesjustizminister Marco Buschmann hat sich nun dazu geäußert und behauptet, dass Datenschützer gegen ein solches Impfregister seien. Damit reiht sich der Minister in eine lange Reihe von Politikern ein, die das Datenschutzargument vorschieben. Die Deutsche Vereinigung für Datenschutz e.V. (DVD) weist darauf hin, dass Datenschutz einer wirksamen Virusbekämpfung nie wirklich entgegenstand und dass Impfregister datenschutzkonform gestaltet werden können: Der Aufbau einer Impfregistrierung bedarf, wie jede staatliche informationelle Maßnahme, einer gesetzlichen Grundlage, bei der die Eingriffe normenklar beschrieben und zugleich zur Wahrung der Verhältnismäßigkeit rechtliche Datenschutzvorkehrungen getroffen werden. Aus Sicht der DVD gibt es legitime Argumente für eine Impfregistrierung der Bevölkerung im Interesse der Gesundheit. Für die Rechtmäßigkeit eines solchen Vorhabens und auch um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewährleisten, muss die Zweckbindung der Daten gewahrt werden.

  • Das Jahr 2022 bringt die DSGVO reloaded

    Wir alle kennen das Gefühl: Weihnachten kommt immer völlig überraschend. Jedes Jahr. Etwas Ähnliches war vor ein paar Jahren bei der Einführung der DSGVO zu sehen: Obwohl das Gesetz lange bekannt war und es sogar eine zweijährige Übergangsfrist gab, bevor es endgültig in Kraft trat, warteten viele Unternehmen bis zur letzten Sekunde mit der Umsetzung - beziehungsweise scheiterten daran. Ich fürchte, wir befinden uns in exakt der gleichen Situation: Am Horizont steht das IT-Sicherheitsgesetz 2.0.

  • EU-Datenwirtschaft & digitale Souveränität

    In einem neuen Positionspapier zur Datenökonomie macht der Bankenverband deutlich, dass ein einheitlicher europäischer Rechtsrahmen dringend notwendig ist. Mit dem Papier mit dem Titel "Datenökonomie - Unser Datenrahmen muss branchenübergreifend neu definiert werden" unterstreicht der Verband die zentrale Rolle von Daten bei Services im täglichen Leben. Ob und wie Informationen zur Verfügung stehen, hat für Privatpersonen als auch für Unternehmen und nicht zuletzt für die Finanzwirtschaft eine große Bedeutung.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen