Warum polarisiert das Thema TTIP so?


DSAG: Freihandelsabkommen mit USA - Blackbox für Unternehmen
DSAG fordert mehr Transparenz über konkrete Auswirkungen

(02.09.14) - Das geplante transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) mit den USA hat viele Gegner und Befürworter. Wie sich TTIP auf beiden Seiten auswirken wird, ist bisher nur bedingt absehbar und vor allem aus Unternehmenssicht fehlt oft Transparenz über Inhalte der Verhandlungen. Dr. Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V., weiß um die Unsicherheit in der Unternehmenswelt. Er fordert mehr Klarheit über Inhalte der Verhandlungen. Lenck ist Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V. Die Wichtigkeit von internationalen Standards vor allem im Zusammenhang mit globalen IT-Vernetzungen erfährt er als Vice President IT tagtäglich bei der Rhein Chemie Rheinau GmbH in Mannheim. Durch seine langjährige Erfahrung als Vermittler zwischen den Fachbereichen und der IT kennt er die Entscheidungsprozesse in den Unternehmen genau.

Das Freihandelsabkommen zwischen USA und EU (TTIP) wird als wichtiges Thema wahrgenommen. Das zeigt zumindest eine Umfrage unter 500 Lesern der Süddeutschen Zeitung. Laut Umfrage sind 70 Prozent der Meinung, TTIP sollte weiter öffentlich diskutiert werden. Oder müsste es besser heißen: endlich öffentlich diskutiert? "Niemand weiß so richtig, was durch das Abkommen auf die Unternehmen in Deutschland zukommt", meint Dr. Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der DSAG. "Es fehlt schlichtweg die Transparenz über verhandelte Themen und angestrebte Ergebnisse".

Ob das transatlantische Freihandelsabkommen nun Fluch oder Segen für die Mitgliedsfirmen der DSAG bedeutet, vermag Lenck der vielen Verhandlungsrunden amerikanischer und europäischer Delegationen zum Trotz nicht deuten. Aber eines verspricht er seinen 50.000 Mitgliedern: "Wir beobachten die Entwicklung sehr genau. Ein Abkommen dieser Größenordnung beeinflusst natürlich viele Geschäftsprozesse und wirkt sich somit auch auf die IT-Landschaft der Unternehmen aus."

Warum polarisiert das Thema TTIP so?
Lenck:
"Das transatlantische Freihandelsabkommen könnte das größte Abkommen seiner Art werden. Die Unternehmen in Deutschland verfolgen die Entwicklung mit Spannung, soll es doch für mehr Klarheit und Rechtssicherheit im Geschäftsverkehr mit den USA sorgen. Leider überwiegen derzeit die Schwarzmaler und das sorgt dann natürlich für Unsicherheit."

Warum informieren sich die Unternehmen dann nicht besser über die Vorteile des Abkommens?
Lenck:
"Niemand weiß so richtig, was durch das Abkommen auf die Unternehmen in Deutschland zukommt. Es fehlt schlichtweg die Transparenz über verhandelte Themen und angestrebte Ergebnisse. Auch die Konsultationsrunden nach jedem Verhandlungsgespräch lassen an Klarheit zu wünschen übrig. Natürlich sind die Gespräche der Verhandlungen vertraulich, aber es wäre doch schon von Interesse, was für uns als Unternehmen verhandelt wird. Derzeit ist das Ganze noch eine Blackbox."

Warum ist das Freihandelsabkommen eigentlich für Sie als SAP-Anwendergruppe so relevant?
Lenck:
"Wir beobachten die Entwicklung sehr genau. Ein Abkommen dieser Größenordnung beeinflusst natürlich viele Geschäftsprozesse. Das heißt, sollten die Freihandelsbeziehungen zwischen Europa und USA in dieser Form zu Stande kommen, werden auch die IT-Systeme betroffen sein. Technische Standards müssen dann ausgerichtet werden. Unsere Aufgabe als DSAG ist es, das voranzutreiben und weltweite Standards stärker einzufordern."

Wo sehen Sie Chancen für Unternehmen, von dem Freihandelsabkommen zu profitieren?
Lenck:
"Unser Fokus liegt darauf, die Komplexität von Abläufen zu reduzieren. Das Handelsabkommen erlaubt es Unternehmen, Standards über Grenzen hinweg zu vereinfachen. Natürlich wird es erst einmal eine Herausforderung, diese Standards zu schaffen. Vor allem aber der Mittelstand wird profitieren, da sich Prozesse vereinfachen und Kosten senken lassen."
(DSAG: ra)

DSAG: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Kommentare und Meinungen

  • Vertrauen in Abgeordnete droht Schaden zu nehmen

    Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass sich N. )Mitglied des Deutschen Bundestages) und S. (Mitglied des Bayerischen Landtages) in der "Maskenaffäre" nicht strafbar gemacht haben. Das Handeln der beiden CSU-Politiker erfülle nicht den Straftatbestand der Bestechlichkeit von Mandatsträgern. Der BGH bestätigt damit drei Beschlüsse des Oberlandesgerichts München von November 2021.

  • Bitkom zu einheitlichen Ladebuchsen

    EU-Parlament und EU-Staaten haben sich auf einheitliche Ladebuchsen an Handys, Tablets und anderen Elektrogeräten geeinigt. Dazu erklärt Bitkom Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder: "Die EU spricht von ‚Ladebuchsen', tatsächlich handelt es sich dabei um Datenschnittstellen, über die sich die Geräte oft auch laden lassen. Die politische Festlegung auf einen technischen Standard wird den Elektroschrott nicht reduzieren, sondern vor allem Innovationen bremsen und läuft dem wichtigen Prinzip der Technologieoffenheit massiv zuwider."

  • Umsetzung von Basel III in der EU

    Der Berichterstatter des Europäischen Parlaments, Jonás Fernández (S&D), hat seinen Berichtsentwurf zum Legislativvorschlag der Europäischen Kommission zur Umsetzung von Basel III in der EU (sog. "EU-Bankenpaket") vorgelegt. Mit den darin enthaltenen Vorschlägen weicht der spanische Abgeordnete deutlich von der vorgezeichneten Linie der Europäischen Kommission ab. "Die Umsetzung der Vorschläge würde vor allem die von der Kommission vorgeschlagenen Übergangsregelungen deutlich einschränken. Damit würde die europäische Wirtschaft zu einem Zeitpunkt großer Unsicherheit und hohen Investitionsbedarfs zusätzlich belastet", so Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des diesjährigen Federführers Bundesverband deutscher Banken für die Deutsche Kreditwirtschaft (DK). Die Übergangsregeln sahen eine zeitlich begrenzte Reduzierung des Risikogewichtes für bestimmte Kredite vor.

  • Inkasso: Transparenz und Rechtssicherheit

    Das Bundesjustizministerium will die Inkasso-Aufsicht zentralisieren und greift mit seinem neuen Gesetzentwurf eine langjährige Forderung des BDIU auf. "Die Stärkung der Aufsicht ist ein so notwendiger wie überfälliger Schritt", kommentiert Kirsten Pedd, Präsidentin des BDIU, das Vorhaben in einer ersten Stellungnahme. "Das schafft Transparenz und Rechtssicherheit für alle am Inkasso Beteiligten, natürlich auch für Verbraucherinnen und Verbraucher."

  • Rechtssicherheit und bürokratische Entlastung

    Derzeit wird im Innenausschuss des Bundesrats ein Antrag verhandelt, der das Datenschutzrecht in Deutschland reformieren will. Auf Antrag des Bundeslandes Bayern soll unter dem Titel "Entschließung des Bundesrates zur Evaluierung des Datenschutz-Anpassungs- und Umsetzungsgesetzes EU" sowohl die vom Bundesinnenministerium durchgeführte Evaluierung des Gesetzes zur Anpassung des Datenschutzrechts an die Verordnung (EU) 2016/679 und zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/680 (Datenschutz- Anpassungs- und Umsetzungsgesetz EU, DSAnpUG-EU) erweitert als auch eine Anpassung des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) vorgenommen werden. Ziel des Vorschlags sind die Erhöhung der Rechtssicherheit und die bürokratische Entlastung von KMU.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen