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Spannungsfeld: Datenschutz und Big Data


BvD-Datenschutztage: Experten diskutieren Bedeutung des Datenschutzes als Wettbewerbsfaktor
Fachtagung des Berufsverbandes mit Bundesjustizminister Heiko Maas, der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff, dem EU-Berichterstatter Jan Philipp Albrecht und Dr. Kim Nguyen von D-Trust

(13.05.14) - Welche Bedeutung der Datenschutz als Wettbewerbsfaktor hat, diskutieren Datenschutzbeauftragte mit Fachleuten aus Politik und Wirtschaft auf den BvD-Datenschutztagen 2014 am 21. und 22. Mai 2014 in Berlin. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) wird die Keynote zum Thema "Wettbewerbsvorteil Datenschutz" halten. Jan Philipp Albrecht, Mitglied des Europäischen Parlamentes für Bündnis 90/Die Grünen, wird über den aktuellen Stand der Ausarbeitung der EU-DSGVO sprechen. Im Vortrag der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff wagt die Rednerin einen Ausblick in die Zukunft des Datenschutzes. Welche wirtschaftlichen Vorteile sich aus dem Spannungsfeld Datenschutz und Big Data ergeben, ergründet schließlich Dr. Kim Nguyen von D-Trust. Zusätzlich zu den Vorträgen bietet der BvD 18 Workshops an, die von den Teilnehmern der BvD-Datenschutztagen besucht werden können.

In den Workshops werden die Inhalte aus den Vorträgen aufgegriffen und von den Workshop-Leitern weiter vertieft. Der BvD erwartet an seinen Datenschutztagen einen großen Zulauf, gerade mit Blick auf die aktuellen, täglichen Nachrichten und Diskussionen in der Öffentlichkeit rund um Datenschutz, Spionage und Kontrolle von persönlichen Daten. "In der letzten Zeit mussten sich Datenschutzbeauftragte mitunter fragen lassen, ob man Datenschutz in Zeiten globaler Spionage noch benötigt", erklärt BvD-Vorstandsvorsitzender Thomas Spaeing. Insbesondere wo alle Welt mit seinen Daten so sorglos sei, da könne man doch nichts mehr machen.

"Doch das Gegenteil ist der Fall: Daten sind immer mehr zu einer Währung geworden, zum Objekt der Begehrlichkeiten. Und die Menschen, die es betrifft, reagieren auf Missbrauch immer sensibler", erklärt Thomas Spaeing. Umfragen belegten permanent, dass den Menschen die Sicherheit ihrer Daten etwas wert sei und sie zunehmend danach ihre Dienstleister auswählen. "Bereits in den 90er Jahren wurde prophezeit, dass Daten das Gold der Zukunft sind. Jetzt sind wir in dieser Zukunft. Eindeutig ist: Deutschland profitiert von seinem hohen Datenschutzniveau", erklärt er. Auch deswegen hat der BvD den Datenschutz als Wettbewerbsfaktor zum Thema dieser BvD-Datenschutztage gemacht. "Wir freuen uns darauf, mit der Veranstaltung eine Plattform anbieten zu können, auf der sich Experten aus Politik und Wirtschaft und Datenschutzbeauftragte aus der Praxis über die Wettbewerbsbedeutung des Datenschutzes grundlegend austauschen können", sagt der Datenschützer.

Der BvD freut sich besonders, dass mit Heiko Maas der Bundesjustizminister sein Kommen zugesagt hat. Er wird am Donnerstag, 22. Mai, die Keynote zum Thema halten. Auch die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff, Dr. Kim Nguyen von D-Trust und Jan Philipp Albrecht, Mitglied des Europäischen Parlamentes, werden sich als Gäste des BvD zur Rolle und Bedeutung des Datenschutzes heute und in der Zukunft äußern.

Nach dem Mittag stehen insgesamt 18 verschiedene Workshops in drei Blöcken auf dem Programm. "Den Teilnehmern steht eine breite Auswahl an relevanten Praxis-Workshops zur Verfügung, die wichtige Punkte aus den Vorträgen vom Vormittag vertiefen werden", erklärt der stellvertretende BvD-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hartz. Parallel findet im Veranstaltungshotel NH-Berlin Mitte wieder eine Ausstellung mit Partnern des BvD statt. "Auch hier konnte der BvD das Angebot noch einmal ausweiten", sagt Jürgen Hartz.

Der BvD setzt auf einen breiten Austausch zwischen den teilnehmenden Datenschützern. "Erfahrene Datenschützer geben uns aktuelle Denkanstöße und analysieren die kommenden Aufgaben der Informationsgesellschaft. Besonders willkommen ist vielen Teilnehmern daher sicherlich der lockere fachliche Austausch mit den anwesenden Experten, und auch der soll dieses Jahr wieder ausreichend Raum erhalten", sagt Thomas Spaeing.

Am Vortag wird es wieder drei verschiedene Fachseminare geben. Themen sind unter anderem die Nutzung personenbezogener Daten, der Arbeitnehmerdatenschutz und Bring your own device. Um 16 Uhr findet am Mittwoch, 21. Mai, die Mitgliederversammlung des Berufsverbandes statt. (BvD: ra)

BvD: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Markt / Unternehmen

  • EU Cybersecurity Act in Kraft

    Mit dem Cybersecurity Act tritt ein EU-weites Regelwerk für Zertifizierungen der IT-Sicherheit in Kraft. Durch die Verordnung können Hersteller ihre IT-Produkte, Dienstleistungen und Prozesse freiwillig zertifizieren lassen, um deren IT-Sicherheit transparent zu machen. Bitkom begrüßt die neuen IT-Sicherheitsregeln, fordert aber gleichzeitig eine bessere Abstimmung mit den kommenden nationalen und europäischen Regulierungen. "Der Cybersecurity Act ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit in der EU. Die Verordnung führt zum einen zu mehr Klarheit für Verbraucher und schafft zum anderen mehr Einheitlichkeit für europaweit tätige Unternehmen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Nach Vorgabe des Cybersecurity Act können Unternehmen das jeweils zu gewährleistende Sicherheitsniveau ihrer Produkte in den Vertrauenswürdigkeitsstufen "niedrig" "mittel" oder "hoch" zertifizieren lassen. Hersteller sollen dann über eine Art Beipackzettel Auskunft über die gewährleistete IT-Sicherheit geben.

  • Urheber müssen angemessen kompensiert werden

    Der Digitalverband Bitkom hat sich mit den Verwertungsgesellschaften auf die Höhe der urheberrechtlichen Abgaben für USB-Sticks und Speicherkarten geeinigt. Hersteller und Importeure zahlen für diese Produkte ab dem Jahr 2020 einen Betrag von 0,30 Euro. Für den Zeitraum davor beträgt der Abgabensatz für USB-Sticks und Speicherkarten mit einer Speicherkapazität bis einschließlich 8 GB nur 0,14 Euro. Bitkom-Mitglieder, die dem Gesamtvertrag bis Ende Juli 2019 beitreten, zahlen rückwirkend ab dem 1.7.2012 reduzierte Sätze. "Der jetzt beschlossene Gesamtvertrag ist ein gutes Ergebnis für alle Seiten. Die Unternehmen haben endlich Planungssicherheit", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "Nicht zuletzt profitieren die Verbraucher durch niedrigere Preise." Ursprünglich hatten die Verwertungsgesellschaften eine Abgabe von bis zu 1,95 Euro je Speicherkarte und 1,56 Euro je USB-Stick gefordert.

  • Falsche und unnötige Einwilligungserklärungen

    Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. warnt vor mehr Bürokratie für kleine und mittelständische Unternehmen, sollte die bisherige Grenze zur Benennung eines Datenschutzbeauftragten aufgeweicht werden. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und andere Bestimmungen seien weiterhin vollumfänglich zu erfüllen, auch ohne Datenschutzbeauftragten, sagte BvD-Vorstandsvorsitzender Thomas Spaeing am 2. Juni in Berlin. Bei einer Lockerung der Benennungspflicht würden bei kleinen und mittelständischen Betrieben die Fachleute entfernt, die helfen, das Recht risikobasiert und angemessen umzusetzen. Ohne Datenschutzbeauftragte seien falsche und unnötige Einwilligungserklärungen, unsinnige Unterschriften zu allen möglichen Zwecken, untaugliche Verträge und überbordende Dokumentationen zu erwarten. "All das gab es seit dem Start der DSGVO am 25. Mai 2018 schon zuhauf", sagte Spaeing. Der vermeintliche Bürokratieabbau führe in Wahrheit zu einem schlechteren Datenschutz und mehr Bürokratie für Mitarbeiter, Geschäftspartner und Verbraucher.

  • Fachwissen für DSGVO-Umsetzung nötig

    Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten in Deutschland (BvD) e.V. ist Initiator eines europäischen Dachverbands der Datenschutzbeauftragten, der sich am 7. Juni 2019 in Berlin gegründet hat. Gründungsmitglieder der European Federation of Data Protection Officers (EFDPO) sind neben dem BvD nationale Verbände für Datenschutzbeauftragte aus Österreich, Frankreich, Portugal, Tschechien, der Slowakei, Griechenland und Liechtenstein. Hauptziel der Gründung ist es, die Datenschutzbeauftragten der EU-Mitgliedsstaaten miteinander zu vernetzen, gemeinsame Standards zu entwickeln und die Interessen der in Brüssel zu vertreten. Dabei soll Datenschutz als Wettbewerbs- und Standortvorteil für Europa gestärkt werden. Arbeitssitz des neuen Verbandes ist Brüssel.

  • Geplante Änderungen aus dem HGB nicht ableitbar

    Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) übt in einer aktuellen Stellungnahme deutliche Kritik an dem im Dezember 2018 vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) veröffentlichten Entwurf zur Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen im HGB ("IDW ERS BFA 7"). Pauschalwertberichtigungen sind von Kreditinstituten zu bilden, um das latente Kreditrisiko von Forderungen abzudecken. Im Kern verlangt das IDW nun, dass zukünftig die Berücksichtigung der noch nicht konkreten Kreditausfälle im HGB auf Basis von erwarteten Verlusten über die gesamte Kreditlaufzeit erfolgen soll. Die deutschen Banken und Sparkassen kritisieren, dass die geplante Methodik aus den handelsrechtlichen Vorschriften nicht ableitbar sei. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die gesetzlichen Grundlagen des HGB nicht geändert haben. "Das IDW tritt de facto als Regelsetzer auf, ohne jedoch ein entsprechendes Mandat hierfür zu haben", sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, der als diesjähriger Federführer für die DK spricht.