Komplexe Cyberangriffe erkennen


Oettinger am HPI: Google beantragt bei EU Fristverlängerung zum Thema Suchmaschinen-Bevorzugung eigener Dienste
Direktor Prof. Christoph Meinel: Nachteil mancher bislang eingesetzter, Analyseprogramme, "dass sie morgen melden, wie man gestern angegriffen worden ist"

(15.09.15) - Bis zum 17.08. 2015 hätte Google auf Fragen der EU-Kommissionn zur Bevorzugung eigener Dienste in seiner Suchmaschine antworten müssen, bat aber um Fristverlängerung. Das wurde am Rande des Besuchs von EU-Digitalkommissar Günther Oettinger am Hasso-Plattner-Institut (17.08.2015) bekannt. Beim Besuch von EU-Digitalkommissar Günther Oettinger am Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat Direktor Prof. Christoph Meinel das neu entwickelte Real-time Event Analytics and Monitoring System (REAMS) vorgestellt. Damit können Anwender sämtliche Informationen sammeln, die in ihrem Netzwerk über sicherheitsrelevante Ereignisse auftreten - egal, ob sie von Servern, Routern oder Arbeitscomputern kommen -, sie in ein einheitliches Datenformat überführen und in Echtzeit auswerten.

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"Das neue System schafft die Voraussetzung dafür, dass auch komplexe Cyberangriffe auf Unternehmen und Institutionen genau in dem Moment blitzschnell erkannt und flexibel analysiert werden können, in dem sie ausgeführt werden", erläuterte Meinel. Aber auch die Zusammenhänge einzelner Vorgänge und typischen Angriffsmuster längst zurückliegender Angriffe ließen sich dadurch nachträglich rekonstruieren und ausführlich auswerten. "Somit versetzen die am HPI entwickelten Techniken IT-Sicherheitsexperten in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung in die Lage, auch Muster neuartiger vielstufiger und verteilter Angriffe zu erkennen, die in herkömmlichen Lösungen unentdeckt bleiben", betonte der Institutsdirektor.

Nach seinen Worten ist der Nachteil mancher bislang eingesetzter, Analyseprogramme, "dass sie morgen melden, wie man gestern angegriffen worden ist". Hingegen sei das neue HPI-System dank Einsatzes vieler Sensoren, der Sammlung von Log-Informationen und der Analyse aller Informationen per Hochleistungs-Datenbank und -Rechnern in der Lage, in Echtzeit zu warnen, so dass sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Durch diese Architektur sei das Sicherheitssystem auch zukünftig komplexer werdenden Aufgaben gewachsen.

Oettinger spricht sich für digitalen Binnenmarkt in Europa aus
Im Anschluss an die Präsentation hielt EU-Kommissar Oettinger vor Wissenschaftlern und Studenten des HPI einen Vortrag, in dem er sich unter anderem für die Schaffung eines digitalen Binnenmarkts mit klaren Regeln und guten Chancen auch für kleine Unternehmen aussprach. Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident, der in seinem damaligen Amt schon 2009 das HPI besucht hatte, forderte auch eine aktive Rolle Europas in der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft. Europas Antwort auf Google könne keine rein defensive sein, die sich nur auf das Wettbewerbsrecht stütze. Der Vortrag des Kommissars kann auch auf der Vortrags-Plattform des HPI nachverfolgt werden.

Oettinger hielt sich genau an dem Tag in Potsdam auf, bis zu dem der US-Internetkonzern Google (jetzt: Alphabet) Fragen der EU-Kommission zur möglichen Bevorzugung eigener Dienste in Trefferlisten seiner Suchmaschine beantworten musste. Zuständig in der EU-Kommission für die Auswertung der Antwort des Konzerns ist Oettingers dänische Kollegin,
Wettbewerbs-Kommissarin Margrethe Vestager. Nach Oettingers Worten hat der US-Konzern um eine Verlängerung der Antwortfrist bis Ende des Monats gebeten.

Oettinger wurde zum Abschluss seines Besuchs vom Institutsleiter zum HPI-Fellow ernannt und bekam die entsprechende Medaille überreicht. Vor Oettinger hatten diese Ehrung elf weitere prominente Persönlichkeiten erhalten, darunter unter anderem auch die frühere EU-Kommissarin Neelie Kroes, die beiden "Väter" des Internets, Bob Kahn und Vint Cerf, die brandenburgischen Ex-Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Matthias Platzeck sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel.
(Hasso-Plattner-Institut (HPI) für Softwaresystemtechnik: ra)

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