- Anzeige -

Marktwächter werden weiter gefördert


BMJV fördert vzbv-Projekte zur verbraucherorientierten Marktbeobachtung weiter bis 2019
Arbeit hilft dabei, strukturelle Verbraucherprobleme früher zu erkennen und darauf aufmerksam zu machen



Die Projekte Marktwächter Digitale Welt und Marktwächter Finanzen werden bis Ende 2019 mit einer Summe von jeweils fünf Millionen Euro jährlich weiter gefördert. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) bewilligte Verlängerungsanträge des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv). Seit Start der Marktwächter im März 2015 konnten zwei Frühwarnnetzwerke aufgebaut und über 18.000 auffällige Meldungen von Verbrauchern gesammelt und ausgewertet werden. Die Marktwächter-Teams konnten damit Verbraucher früh vor Problemen warnen und auch Aufsichtsbehörden auf konkrete Missstände hinweisen sowie mit Abmahnungen und Klagen Verbraucherrechte schützen.

"Damit sich Verbraucher wieder sicherer fühlen, muss auch Verbraucherschutzpolitik schneller und schlagkräftiger werden. Um das zu unterstützen, haben wir mit den Marktwächtern neue Strukturen aufgebaut und erfolgreich mit bestehenden Aufsichtsfunktionen verzahnt", sagt Klaus Müller, Vorstand vzbv. "Die weitere Förderung durch das BMJV ermöglicht uns auch in den kommenden zwei Jahren Verbraucherbeschwerden und Hinweise systematisch auszuwerten, frühzeitig zu warnen und zu informieren und dadurch Verbraucher besser zu schützen."

"Wir freuen uns, dass die beiden Prototypen des erfolgreichen Modells Marktwächter in die Verlängerung gehen. Die Marktwächter Finanzen und Digitale Welt haben das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger gewonnen. Menschen in ganz Deutschland erhalten wertvolle Hinweise auf Fehlentwicklungen am Markt", so der Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Gerd Billen.

Marktwächterbilanz
Das Ziel der Marktwächterprojekte ist die verbraucherorientierte Marktbeobachtung. Diese Arbeit hilft dabei, strukturelle Verbraucherprobleme früher zu erkennen und darauf aufmerksam zu machen. Grundlage dafür sind Hinweise und Informationen aus den Gesprächen mit Verbrauchern in den bundesweit rund 200 Beratungsstellen der Verbraucherzentralen sowie über ein Beschwerdepostfach und Aufrufe auf dem Onlineportal www.marktwaechter.de.

Seit dem Start der Marktwächter konnten durch die Hinweise von Verbrauchern sowie zusätzlichen Auswertungen bereits über hundert Gespräche mit Anbietern, Behörden wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und anderen Experten geführt werden. Mehr als 70-mal mussten die Marktwächterexperten Abmahnungen an Anbieter wie beispielsweise Ankaufportale im Internet ausstellen oder im vergangenen August gegen die Aachener Bausparkasse sogar Klage erheben. In 28 Fällen warnten die Marktwächter Verbraucher explizit vor unseriösen Maschen und Anbietern.

Über die Marktwächter:
Im Projekt Marktwächter Finanzen untersuchen insgesamt fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen den Finanzmarkt: Baden-Württemberg (Geldanlage und Altersvorsorge), Bremen (Immobilienfinanzierung), Hamburg (Versicherungen), Hessen (Grauer Kapitalmarkt) und Sachsen (Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite).

Der Marktwächter Digitale Welt setzt sich ebenfalls aus fünf Schwerpunktverbraucherzentralen zusammen: Bayern (Digitale Dienstleistungen), Brandenburg (Digitaler Wareneinkauf), Nordrhein-Westfalen (Nutzergenerierte Inhalte), Rheinland-Pfalz (Digitale Güter) und Schleswig Holstein (Telekommunikationsdienstleistungen). Insgesamt arbeiten in den Schwerpunktverbraucherzentralen und beim Verbraucherzentrale Bundesverband knapp 100 Mitarbeiter an der Marktbeobachtung. Das BMJV fördert die Maßnahmen bis 2019 mit rund 10 Mio. Euro jährlich.
(Verbraucherzentrale Bundesverband: ra)

eingetragen: 22.09.17
Home & Newsletterlauf: 20.10.17

Verbraucherzentrale Bundesverband: Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>


Meldungen: Markt / Unternehmen

  • Alternatives deutsches Bezahlverfahren

    Das Bundeskartellamt hat verkündet, dass es keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken gegen die nächste Ausbaustufe von giropay habe. Neben der Integration der girocard als weiterem Zugangsweg im Online-Bezahlverfahren giropay wird es auch Vereinfachungen bei der Nutzung für Kunden und Händler geben.

  • Strafverfolgung von Auslandsbestechung

    Angesichts der Veröffentlichung bisher öffentlich unbekannter Fälle von Auslandsbestechung deutscher Unternehmen fordert die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. die Deutsche Bundesregierung auf, zügig gesetzgeberische Konsequenzen zu ziehen.

  • Transparenz von Lobbyismus und Gesetzgebung

    Mit der Einführung des Lobbyregisters ist ein wichtiger erster Schritt für mehr Nachvollziehbarkeit bei der politischen Entscheidungsfindung gelungen. Dieses Fazit zieht die "Allianz für Lobbytransparenz" zum Ende der Eintragungsfrist in das Register für alle Interessenvertreterinnen und -vertreter am 28. Februar 2022. Die Einträge geben einen ersten Überblick, wer mit welchen Mitteln Einfluss auf die Politik nehmen möchte und wie vielfältig die Interessenvertretung in Deutschland ist. Allerdings vernebeln die zahlreichen Ausnahmen den Durchblick und reduzieren die ohnehin begrenzte Vergleichbarkeit. Das Ziel, gleiche Regeln für alle zu schaffen, ist noch lange nicht erreicht. Hier muss die Regierungskoalition ansetzen.

  • Es fehlt der Mut zum Widerspruch

    Transparency International Deutschland hat das Diskussionspapier "Kriterien für Good Governance in den deutschen Spitzenverbänden" veröffentlicht. Zwei Tage vor der Mitgliederversammlung des DOSB, bei der eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident gewählt werden soll, fordert Transparency Deutschland ein umfassendes, ganzheitliches Konzept für Good Governance und legt dafür konkrete Kriterien vor. Nicht nur durch die jüngsten Skandale, sondern auch durch die Ankündigung von SPD, Grünen und FDP im Koalitionsvertrag, die Sportförderung des Bundes "an die Einhaltung von Förderrichtlinien mit Zielvorgaben, Vorgaben zu Transparenz, Good Governance" zu knüpfen, sind die Spitzenverbände des deutschen Sports beim Thema Good Governance unter Zugzwang.

  • Verbraucherschutz im Koalitionsvertrag

    "Der Koalitionsvertrag verspricht konkrete Verbesserungen für Verbraucherinnen und Verbraucher. Dazu gehören ein Recht auf Reparatur und eine längere Gewährleistung für Produkte, die man lange benutzt. Das spart Geld und ist ein Beitrag für mehr Klimaschutz", sagt der Vorstand des vzbv, Klaus Müller. "Gut ist, dass Verbraucherinnen und Verbraucher künftig leichter zu ihrem Recht kommen sollen, indem die EU-Verbandsklage verbraucherfreundlich umgesetzt und das wichtige Instrument der Musterfeststellungsklage reformiert wird."

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf "Alle akzeptieren" erklären Sie sich damit einverstanden. Erweiterte Einstellungen