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Faktor bei Verursachung von Herzerkrankungen


Industrielle Transfettsäuren: Wissenswerte Fakten
EU-Abgeordnete fordern Grenzwerte für industrielle Transfettsäuren in Lebensmitteln



Fastfood, Fertiggerichte, Chips, Margarine,... Diese und viele andere Lebensmittel können industrielle Transfettsäuren (TFS) enthalten. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen kann ein hoher Konsum industrieller Transfette das Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes, Unfruchtbarkeit, Alzheimer oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Die EU-Abgeordneten stimmen diese Woche über eine Entschließung ab, die bindende Grenzwerte für diese künstlich erzeugten Transfettsäuren in Lebensmitteln fordert.

Was sind Transfette?
Bei Transfetten oder Transfettsäuren (TFS) handelt es sich um eine bestimmte Art ungesättigter Fettsäuren, die seit den 50er Jahren verbreitet in der Lebensmittelindustrie verwendet werden. Einen hohen Anteil von Transfettsäuren können zum Beispiel Fertiggerichte, Frittierfett für industrielle Zwecke, in Gebäck verwendete Margarine, vorverpackte Backwaren, Kekse, Kuchen und Waffeln, Mikrowellen-Popcorn, frittierte Lebensmittel, Suppen und Soßen enthalten.

Mögliche Auswirkungen von Transfetten auf die Gesundheit
Laut der Weltgesundheitsbehörde (WHO) gibt es Belege, dass Transfette gesundheitsschädigende Auswirkungen haben. Die WHO empfiehlt, die tägliche TFS-Aufnahmemenge auf unter 1 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu senken.

"Der übermäßige Verzehr von Transfettsäuren erhöht das Risiko von Herzerkrankungen. Koronare Herzerkrankungen verursachen vorsichtigen Schätzungen zufolge in der EU etwa 660 000 Todesfälle pro Jahr beziehungsweise rund 14 Prozent der Sterblichkeit insgesamt", betont die deutsche EU-Abgeordnete Renate Sommer (EVP), eine der Berichterstatter(-innen) der Entschließung, über die das Parlament am Mittwoch (26.10.) abstimmt.

Die rumänische EU-Abgeordnete und Berichterstatterin Daciana Octavia Sârbu (S&D) sagt: "Transfette sind ein entscheidender Faktor bei der Verursachung von Herzerkrankungen, eine der häufigsten Todesursachen in Europa. Auf einer Pro-Kalorien-Basis verursachen Transfette ein höheres Risiko für Herzerkrankungen als jeder andere Makronährstoff."

Beispiel Vereinigte Staaten
In den USA muss der Gehalt an Transfettsäuren seit 2006 auf allen Lebensmittelverpackungen angegeben werden. In der Folge hat die Lebensmittelindustrie damit begonnen, den Anteil von TFS in den Produkten massiv zu reduzieren.

Beispiel Europäische Union
Die Europäische Union verfügt über keine Vorschriften, die den Transfettgehalt in Lebensmittelerzeugnissen regeln oder eine entsprechende Kennzeichnung vorschreiben.

In Dänemark, Österreich, Ungarn und Lettland sind gesetzliche Höchstwerte zur Begrenzung des Anteils an industriell hergestellten Transfetten in Lebensmitteln festgelegt. In Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Polen, dem Vereinigten Königreich und Griechenland wiederum gibt es freiwillige Beschränkungen. Nationale Ernährungsempfehlungen wurden von den Regierungen in Bulgarien, Malta, der Slowakei, dem Vereinigten Königreich, Schweden und Finnland ausgegeben.

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2015 einen Bericht über Transfettsäuren in Lebensmitteln veröffentlicht und die Schlussfolgerung gezogen, dass eine gesetzliche Obergrenze für den Gehalt an industriellen Transfettsäuren die effizienteste Maßnahme zur Bewältigung des Problems sei.

Abstimmung im Plenum
Die EU-Abgeordneten debattieren am Dienstagabend (25.10.) über die Thematik. Am Mittwochmorgen (26.10.) stimmt das Plenum über eine Entschließung ab. Diese besagt, dass die EU bindende Grenzwerte für industrielle Transfettsäuren in Lebensmitteln einführen sollte.

Renate Sommer hält die "Einführung bindender Grenzwerte für TFS für die effektivste Lösung". "Durch die Einführung gesetzlicher Grenzwerte für industrielle TFS zum Beispiel in Dänemark, wo ein nationaler Grenzwert von 2 Prozent eingeführt worden ist, konnte die Zahl der Todesfälle aufgrund von Herzerkrankungen signifikant reduziert werden."

Daciana Octavia Sârbu fordert: "Die EU sollte gesetzliche Grenzwerte für den Anteil an industriellen Transfetten in verarbeiteten Lebensmitteln einführen. So können die Einwirkung der größten Transfett-Quellen verringert und Leben gerettet werden. In Dänemark ist dies bereits geschehen, wo die Zahl der Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen seit der Einführung der Grenzwerte zurückgegangen ist." (Europäisches Parlament: ra)

eingetragen: 30.10.16
Home & Newsletterlauf: 25.11.16



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